POLITIK
06/01/2017 14:29 CET | Aktualisiert 07/01/2017 11:55 CET

Nach Polizeikritik: Parteiführung wollte Grünen-Chefin Peter absägen – ihre Rettung kam unverhofft

Nach Polizeikritik: Parteiführung wollte Grünen-Chefin Peter absägen – doch dann kam es anders
ullstein bild via Getty Images
Nach Polizeikritik: Parteiführung wollte Grünen-Chefin Peter absägen – doch dann kam es anders

Bei den Grünen rumpelt es gewaltig. Nachdem Bundesvorsitzende Simone Peter den Silvestereinsatz der Polizei in Frage gestellt und Vorwürfe wegen möglichem Racial Profiling erhoben hatte, distanzierten sich mehrere namhafte Parteikollegen öffentlich.

Hinter den Kulissen ging es derweil noch heißer her, berichtet der "Spiegel“. Demnach habe ein Mitglied der Fraktionsspitze gesagt, Peter sei Anfang der Woche "fast zum Abschuss freigegeben“ worden.

In einer Telefonkonferenz sei die Parteichefin klar aufgefordert worden, "aus ihren Fehlern zu lernen“. So etwas dürfe nicht nochmal passieren, sei ihr deutlich gemacht worden.

Peter habe auf die Kritik trotzig reagiert. Die Stimmung bei den Grünen: auf dem Tiefpunkt.

Ihre „vorschnelle Reaktion hat den ganzen Laden in Bedrängnis gebracht“ heißt es aus der Parteiführung. Ein Insider berichtet dem Spiegel, Peter habe "Glück gehabt“, dass die "Bild“-Zeitung eine Kampagne gegen sie fahre.

Die "Bild“ hatte Peter nach ihren kritischen Aussagen als „Grüfri“, als GrÜn-Fundamentalistisch-Realitätsfremde Intensivschwätzerin, bezeichnet und damit auf ihre Kritik am Polizei-Begriff „Nafri“ für nordafrikanische Intensivtäter angespielt.

Eine harte Attacke, die Peter am Ende vielleicht sogar ihr Amt rettete. Denn nach dem Frontalangriff der "Bild" solidarisierten sich die Parteikollegen mit ihrer Vorsitzenden.

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(mf)