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06/01/2017 07:54 CET | Aktualisiert 18/01/2017 03:43 CET

Gauland im ZDF-"Morgenmagazin": Mit dieser Frage erwischte Dunja Hayali den AfD-Vize auf dem falschen Fuß

Am Freitagmorgen war der AfD-Vize Alexander Gauland zu Gast im ZDF-"Morgenmagazin" mit Dunja Hayali, um über das Programm der AfD und deren de Rolle als Protestpartei zu sprechen. Gegen Ende des rund sechs-minütigen Gesprächs stellte die Moderatorin eine Frage, mit der sie Gauland offenbar auf dem falschen Fuß erwischte.

"Werden sie im Wahlkampf jetzt auf Social Bots setzen oder nicht? Weil auch da gab es ein bisschen hin und her“, fragte Hayali.

Gauland antwortete auf diese durchaus dringende Frage bloß: "Das ist ein Thema, mit dem ich mich selber nie befasst habe und wo ich nicht zu Hause bin. Das beantworte ich nicht."

Die AfD sorgte im Oktober vergangenen Jahres bereits für Aufsehen im Zusammenhang mit der Frage um den Einsatz von Social Bots.

Weidel soll den Einsatz von Social Bots zunächst angekündigt haben

AfD-Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel sagte laut dem Magazin "Der Spiegel“: "Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf einbeziehen" und erklärte: "Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten."

Wenig später dementierte die AfD den "Spiegel"-Bericht und erklärte, dass keine social bots im Wahlkampf eingesetzt würden, "die auf Seiten Dritter im Namen der AfD automatisiert posten oder ähnliches". Das betonte die Partei auch nach der Sendung des ZDF-Morgenmagazins, in dem Dunja Hayali die Frage nun wieder aufbrachte.

So schrieb die AfD Berlin auf Twitter: "Liebe Frau @dunjahayali, die #socialbot Frage ist längst geklärt. #AfD nutzt keine."

Mit Social Bots können massenhaft Einträge bei Diensten wie Twitter oder Facebook automatisch generiert werden, die so aussehen wie Posts von menschlichen Nutzern. Zuletzt hatte im US-Wahlkampf vor allem Präsidentschaftskandidat Donald Trump Rückendeckung durch Bots erhalten.

Nach einer Studie der Oxford University wurde nach der ersten TV-Debatte am 26. September mehr als jeder dritte Tweet (37,2 Prozent) in Unterstützung von Trump von einem Software-Roboter abgesetzt. Auch seine Widersacherin Hillary Clinton profitierte von Bots. Bei ihr lag der Bot-Anteil allerdings nur bei 22,3 Prozent.

Ablehnung von social bots

Angesichts dieser Einsatzmöglichkeiten von Social Bots in Wahlkämpfen, haben sich auch die deutschen Parteien eingehender mit dem Thema beschäftigt: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bei einer Veranstaltung der Jungen Union bereits einen Schulterschluss der Parteien angeregt, um gemeinsam gegen den Einsatz von Social Bots zu kämpfen.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber schloss den Einsatz von Bots für die eigene Partei bereits aus und SPD-Generalsekretärin Katarina Barley erklärte: „Die sozialen Medien werden in unserem Wahlkampf eine wesentliche Rolle spielen. Aber den Einsatz von Bots lehnen wir ab“. Auch Linke und Grüne sagten dem "Spiegel", sie würden auf Social Bots im Wahlkampf verzichten.

Angesichts dieser für den Wahlkampf bedeutenden Diskussion ist es umso überraschender, dass sich der stellvertretende Parteichef der AfD noch nie selbst mit diesem Thema befasst haben will.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde aktualisiert, um auch die Reaktion der AfD nach der Sendung des ZDF-Morgenmagazins wiederzugeben und deren Aussage, keine social bots einsetzen zu wollen.

Mit Material von dpa

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