POLITIK
06/01/2017 13:55 CET | Aktualisiert 06/01/2017 14:01 CET

Sigmar Gabriel erklärt am "Dschungelcamp" eines der größten Probleme der SPD

Sigmar Gabriel erklärt am "Dschungelcamp" eines der größten Probleme der SPD
Fabrizio Bensch / Reuters
Sigmar Gabriel erklärt am "Dschungelcamp" eines der größten Probleme der SPD

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat im Interview mit dem "Spiegel“ vor einer "kulturellen Spaltung in Deutschland" gewarnt. Gabriel nahm dabei auch seine eigene Partei in die Pflicht.

Gabriel sagte: "Ich habe mich manchmal gefragt: Was würde wohl in einer SPD-Versammlung passieren, wenn einer der Genossen plötzlich aufstehen und fröhlich erzählen würde, dass er gern ‚Dschungelcamp’ bei RTL guckt? Muss er dann damit rechnen, dass neben ihm einer sagt 'Das ist aber Unterschichtenfernsehen?'’"

Gabriel reagierte damit auf die Frage, ob die SPD "emotional abgekoppelte" Wähler zu lange ignoriert habe. Auch der Vizekanzler sieht das Problem, dass die einstige Arbeiterpartei die Enttäuschten und Abgehängten nicht mehr erreicht.

Gespaltenes Verhältnis zu Merkel

Gabriel kritisierte im Gespräch mit dem "Spiegel" die zerstrittene Union, gab aber zu, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel „große Verdienste hat“.

Merkel habe mit der unkontrollierten Grenzöffnung im Jahre 2015 jedoch einen Fehler begangen. "Merkels größter Fehler war, dass sie sich mit niemandem außer den Österreichern darüber abgestimmt hat“, sagte Gabriel.

So etwas wäre Merkels Amtsvorgängern nie passiert, erklärte der Vizekanzler.

Vorschläge von Innenminister Thomas de Maizière (CDU), Kompetenzen des Bundes im Bereich der inneren Sicherheit zu stärken, lehnte Gabriel erneut ab: „Auf die aktuellen Herausforderungen mit einer Diskussion über den deutschen Föderalismus zu antworten, ist Symbolpolitik.“

Der SPD-Vorsitzende fügte an: „Wenn wir jetzt den Sicherheitsapparat von Bund und Ländern umkrempeln, sind die Behörden jahrelang mit sich selbst beschäftigt.“

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