POLITIK
05/01/2017 03:45 CET | Aktualisiert 05/01/2017 04:47 CET

Schwarzer in Baströckchen: Sächsische Zeitung irritiert mit Merkel-Karikatur

Eine Karikatur, welche die "Sächsische Zeitung" zu Silvester auf ihrer Leserseite druckte, sorgt für Wirbel.

Die Zeichnung zeigt rassistische Klischeebilder von Muslimen und Afrikanern: Bärtige Männer mit Turbanen zünden auf dem Bild den Bundestag und Kirchen an, durch die Straßen laufen Frauen in Burkas, die Sprengstoffgürtel tragen und dunkelhäutige, mit Speeren bewaffnete Männer in Baströcken jagen Schwule und Lesben. Davor steht Angela Merkel mit ihren zur Raute gefalteten Händen und sagt "Wir schaffen das".

Nach dem berühmten Zitat von Kurt Tucholsky darf Satire bekanntlich alles. Doch diese Karikatur, stellt die "taz" fest, wirkt "wie aus dem Grafikstudio von Pegida-Chef Lutz Bachmann".

Der Zeichner gilt als Koryphäe unter den Karikaturisten. Der 60-jährige Valeriu Kurtu hat bereits zu DDR-Zeiten für Blätter wie den "Eulenspiegel" gezeichnet.

Der Chefredakteur der "Sächsischen Zeitung" Uwe Vetterick hat mit der Zeichnung kein Problem. "Es gehört zum Wesen der Karikatur, dass sie Dinge überzeichnet, sagte er der "taz".

Sie darf übertreiben, dabei auch böse sein – ob dies dann auch witzig ist, da sind die Geschmäcker sicher verschieden", sagt Vetterick. Er empfiehlt: "Großzügig und gelassen sein.“

Gelassen bleiben - das fällt vielen schwer, angesichts der Feindbilder, die Kurtus Karikatur bedient.

"Auf so klischeehafte Weise umgesetzt, erinnert seine Zeichnung frappierend an die Hass-Karikaturen, die auf antimuslimischen Hetzseiten wie Pi-News erscheinen", urteilt die "taz".

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(pb)