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05/01/2017 09:31 CET | Aktualisiert 06/01/2017 03:11 CET

"Sehr großes Massaker verhindert" - vier Tote nach Autobombenanschlag in Izmir

Türkische Polizisten sperren den Bereich ab, wo kurz zuvor eine Autobombe explodierte
AFP via Getty Images
Türkische Polizisten sperren den Bereich ab, wo kurz zuvor eine Autobombe explodierte

  • Terroristische Angriffe in der Türkei haben in weniger als einem Monat über 100 Menschen das Leben gekostet

  • Nach dem Angriff in der Silversternacht in Istanbul trifft es nun Izmir

  • Die Küstenmetropole war bislang von der Eskalation der Gewalt verschont geblieben

Vier Tage nach dem verheerenden Terrorangriff in der Silvesternacht in Istanbul ist die bislang ruhige westtürkische Metropole Izmir von einem tödlichen Anschlag erschüttert worden.

Bei der Explosion einer Autobombe vor dem Justizgebäude seien am Donnerstag mindestens vier Menschen getötet worden, sagte Izmirs Gouverneur Erol Ayyildiz am Tatort. Es handele sich um einen Polizisten und einen Justizmitarbeiter sowie zwei Angreifer. Letztere waren offenbar schwer bewaffnet und wurden von Sicherheitskräften erschossen. Erste Anzeichen deuteten auf eine Urheberschaft der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hin.

Ayyildiz sagte, nach der Detonation vor dem Justizgebäude sei es zu einem Schusswechsel gekommen. Mindestens sechs Menschen seien bei dem Terrorangriff verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, nach einem dritten Angreifer werde gesucht. Ayyildiz bestätigte dies jedoch nicht.

Zum Anschlag in Izmir sagte Ayyildiz, die Polizei habe den zur Bombe umgebauten Wagen vor dem Gericht stoppen wollen. Ein zweites verdächtiges Fahrzeug sei kontrolliert gesprengt worden.

Der türkische Vizeministerpräsident Veysi Kaynak erklärte, dass es der Polizei gelungen sei, ein "sehr großes Massaker" zu verhindern. Ihm zufolge hätten die Angreifer zwei Schnellfeuergewehre, eine Panzerfaust mit acht Granaten sowie acht Handgranaten bei sich gehabt.

Dieses Video soll den Ort der Explosion zeigen:

Izmir ist nach Istanbul und Ankara die drittgrößte Stadt der Türkei. Seit der Eskalation der Gewalt im Land im Sommer 2015 ist Izmir bislang von schweren Anschlägen verschont geblieben. Schwere Anschläge waren dort seitdem nicht verzeichnet worden.

Erst in der Silvesternacht hatte ein Terrorist in einem Club in Istanbul 39 Menschen getötet. Die Verantwortung für die Tat in Istanbul hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

In der Nacht zu Mittwoch hatte das Parlament in Ankara beschlossen, den seit Juli geltenden Ausnahmezustand bis zum 19. April zu verlängern. Als Begründung für ihren Antrag gab die Regierung unter anderem die anhaltenden terroristischen Angriffe im Land an.

Mit Material der dpa

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(bp)