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05/01/2017 12:07 CET | Aktualisiert 05/01/2017 12:57 CET

Eine schwächelnde Kanzlerin Merkel als Risiko für die Welt

Eine schwächelnde Kanzlerin Merkel ist laut dem Analysehaus "Eurasia Group" eines der größten politischen Risiken des Jahres 2017.
Fabrizio Bensch / Reuters
Eine schwächelnde Kanzlerin Merkel ist laut dem Analysehaus "Eurasia Group" eines der größten politischen Risiken des Jahres 2017.

Eine schwächelnde Kanzlerin Merkel ist laut der "Eurasia Group" eines der größten politischen Risiken des Jahres 2017.

Das Beratungsunternehmen, das Großinvestoren über politische Risiken aufklärt, zählt in einem aktuellen Bericht die zehn größten politischen Gefahren dieses Jahres auf.

Neben Risikofaktoren wie Donald Trumps "Amerika zuerst"-Philosophie und den jüngsten Entwicklungen in der Türkei sieht "Eurasia Group" ein großes politisches Risiko in einer Schwächung der deutschen Kanzlerin.

"Europa braucht mehr denn je eine starke Merkel"

"Europa braucht mehr denn je eine starke Merkel", so die Autoren des Berichts - "2017 wird sie diese Rolle aber nicht einnehmen können.“

Ian Bremmer, Chef der "Eurasia Group" befürchtet ein globales Machtvakuum, "eine Welt ohne globalen Anführer". Er nennt dieses Szenario eine "G-Null-Welt" - in Anlehnung an die G8, die sieben führenden Wirtschaftsnationen und Russland.

Im vergangenen Jahr habe sich die Entwicklung hin zu einer solchen Welt erneut beschleunigt. Bremmer zählt in diesem Zusammenhang die politischen Großereignisse des Jahres 2016 auf: Den Wahlsieg Donald Trumps, den Ausgang des "Brexit"-Votums, das "Nein" beim Referendum in Italien.

"Eurasia Group“ sieht Merkels Führungsposition in Gefahr

"2017 erleben wir eine Phase der weltpolitischen Rezession", heißt es in dem "Eurasia Group“-Bericht. Während Donald Trump die USA von ihrer globalen Verantwortungsposition heben könnte, ist laut Bremmer auch die Geschlossenheit Europas in Gefahr.

Schon im November bezeichnete die US-Zeitung "New York Times" die Kanzlerin als letzte Verteidigerin des liberalen Westens. Und auch "Eurasia Group" betont: Europa habe in den vergangenen Jahren von der starken Führung Merkels profitiert.

Mehr zum Thema: "Bewundernswerte Haltung": So feiert die wichtigste britische Wirtschaftszeitung Angela Merkel

Nun stehe Merkel aber vor innenpolitischen Herausforderungen, die ihre Führungsposition in Deutschland und Europa schwächen können. Dazu gehören laut Bremmer auch ein Erstarken von populistischen Kräften und eine gesunkene Zustimmung für Merkels Flüchtlingspolitik in der Bevölkerung.

Ähnlich sah es damals auch die "New York Times": Merkel sei zwar die "letzte starke Verteidigerin Europas und der transatlantischen Allianz", sie sei aber auch "müde, und von allen Seiten unter Druck gesetzt“.

Die Politikberater prophezeien Merkel bei der kommenden Bundestagswahl zwar einen Sieg, sehen aber ihre Machtposition in Europa in Gefahr. Neben den innenpolitischen Herausforderungen liege das auch an den politischen Entwicklungen in anderen Ländern Europas.

Auch das Verhältnis zu Trump ist laut Bremmer ein Problem

Durch den Brexit verliere Deutschland einen wichtigen Partner in der EU und falls Marine Le Pen die anstehende Wahl in Frankreich gewinnen sollte, könne sich in Frankreich ein Gegenpol zu Merkels Regierung bilden.

Als Problem sieht Bremmer auch das Verhältnis von Merkel und Trump. Während Merkel sich persönlich stets gut mit Obama verstanden habe und die deutsche und amerikanische Regierung diplomatisch stets gut verbunden gewesen seien, schere sich Trump nur wenig um Merkels zentrale Werte.

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