POLITIK
04/01/2017 23:03 CET | Aktualisiert 05/01/2017 00:31 CET

Österreichs Außenminister: "Europäer müssen entscheiden, wer zu uns kommt"

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz
Heinz-Peter Bader / Reuters
Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz

  • Österreichs Außenmininster legt der EU einen Forderungskatalog zum Umgang mit Flüchtlingen vor

  • Darin fordert er Asylzentren nach dem Vorbild Australiens

  • Das Ziel sei, dass die Europäer entscheiden können, wer einreisen darf

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz will der Europäischen Union einen Forderungskatalog für eine strenge Flüchtlingspolitik vorlegen.

Das erklärte er in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Ziel sei, dass die Europäer entscheiden, wer "zu uns kommt", so Kurz.

"Wir müssen das entscheiden - und nicht die kriminellen Schlepper. Deshalb setzen wir uns für Asylzentren in Nordafrika oder im Nahen Osten ein, aus denen Menschen sich um Asyl in Europa bewerben können. Ist ein Antrag positiv beantwortet, dürfen sie einreisen", sagte kurz.

Asylzentren nach dem Vorbild Australiens

Zum Problem illegal eingereister Menschen sagte er: "Wer kein Recht hat, sich in der EU aufzuhalten, der muss Europa verlassen. Eine Abschiebung ins Heimatland ist aber oft - aus verschiedenen Grünen - nicht möglich.

Deshalb wollen wir nach dem Vorbild Australiens sogenannte Asylzentren außerhalb der EU einrichten, in die wir jene Menschen bringen, die wir nicht abschieben können." Betrieben werden diese Zentren vom UN-Flüchtlingshilfwerk.

Mehr zum Thema: Österreichs Außenminister Kurz kritisiert Bundesregierung in Flüchtlingsfrage: "Diese Politik ist falsch"

Australien interniert Asylbewerber in Lagern außerhalb des Landes, bis über ihren Antrag entschieden wurde. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International werfen dem Land vor, dass diese Behandlung einer Inhaftierung von Flüchtlingen gleichkomme.

Österreich war im vergangenen Jahr auf Konfrontationskurs mit Merkels Flüchtlingspolitik gegangen. So hatte das Land im Januar eine Obergrenze für die Zuwanderung von 40.000 Menschen eingeführt. Diese wurde 2016 allerdings nicht erreicht.

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