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04/01/2017 07:04 CET | Aktualisiert 04/01/2017 11:13 CET

Partygäste verprügeln Feuerwehrmänner aus Thieden: Jetzt steht die Polizei in der Kritik

  • In der Silvesternacht sollen bis zu drei Männer zwei Feuerwehrleute geschlagen und getreten haben

  • Die Feuerwehr Thieden wirft der Polizei vor, anfangs machtlos gewesen zu sein

  • Im Video seht ihr eine Zusammenfassung des Silvester-Vorfalls

Unfassbarer Vorfall zum Jahreswechsel in Niedersachsen: Feierwütige sollen in der Silvesternacht die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Thieden angegriffen und zwei Kameraden verprügelt haben. Dabei wollten die Einsatzkräfte einen Brand löschen.

Die Feuerwehr-Kameraden sind erbost und machen den Vorfall auf Facebook publik. Die User sind sprachlos.

Alles begann bereits kurz nach Mitternacht. Wegen eines Flächenbrands rückt die Silvester-Bereitschaft der FFW zum Feuerwehrhaus. Dessen Vorplatz haben Partygäste eines nahen Gasthauses jedoch zu ihrer Feier-Location erklärt.

Die heran eilenden Feuerwehrleute stören wohl. Wie die Feuerwehr auf Facebook schreibt, sollen die Feiernden nämlich Feuerwerkskörper nach den Einsatzkräften werfen.

Update: Die Polizei sucht in diesem Fall einen Tatverdächtigen. Mehr dazu erfahrt ihr hier

Zwei Feuerwehrmänner wollten ihren Kameraden helfen

Dieses Verhalten bleibt nicht ungesehen: Zwei Mitglieder der FFW, die eigentlich auf einem Hof in der Nähe selbst den Jahreswechsel feiern wollen, entscheiden sich zu handeln.

Der 28-Jährige und sein 33 Jahre alter Kamerad versuchen dem Post zufolge die Einfahrt freizuräumen und den "wilden Böllerbewurf" zu verhindern, damit das Löschfahrzeug zum Brand fahren kann.

Daraufhin soll die Situation eskaliert sein. Denn "anstatt sich verbal untereinander zu einigen, sind die Partygäste des Gasthauses derartig minderbemittelt, dass diese sofort zu schlagen und zu treten", schreiben die Mitglieder der Feuerwehr.

"Auch als ein Kamerad verletzt am Boden liegt, wird weiter auf ihn eingetreten. Den Spruch 'Ach der lebt ja noch' kann sich ein Schaulustiger dabei auch nicht verkneifen."

FFW: "Polizeikräfte, die aufgrund Personalmangels gegen eine derartige Partygemeinde anfangs machtlos war"

Zwei Männer der Freiwilligen Feuerwehr müssen danach mit Knochenbrüchen und ausgeschlagenen Zähnen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Partygesellschaft hingegen habe im Gasthof danach weitergefeiert, berichtet die FFW.

Und die Polizei? Die sei "gegen eine derartige Partygemeinde anfangs machtlos" gewesen. Wegen Personalmangels, heißt es in dem Post.

Die Polizei betont im Gespräch mit der Huffington Post am Dienstag jedoch, dass man mit genügend Personal vor Ort gewesen sei. Versäumnisse bei dem Einsatz sind dem Sprecher nicht bekannt. Trotzdem habe man den Vorwurf der Feuerwehr zur Kenntnis genommen und werden den Fall nachbereiten, sagte er.

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Noch sind nicht alle Zeugen befragt

Derzeit sind die Beamten aber mit den Ermittlungen beschäftigt. Immer noch werden Zeugen vernommen. Darunter auch der Gastwirt, der die Partygäste beherbergt hat.

Die Ermittler haben am Dienstag bis zu drei Tatverdächtige, die die zwei Feuerwehrmänner geschlagen und getreten haben sollen.

Darunter auch einen 21-Jährigen, der zu den Vorwürfen schweigt. Zudem gibt es widersprüchliche Aussagen, was er in der Nacht zu Neujahr gemacht hat.

Freiwillige Feuerwehr stellt ihre weitere Arbeit in Frage

Der Vorfall könnte aber auch für die Gemeinde Thiede nicht ohne Folgen bleiben: Denn für die ehrenamtlichen Mitglieder der Feuerwehr ist ihrem Text zufolge ein Schlusspunkt erreicht, nachdem die Einsatzkräfte mit ihrer Gesundheit bezahlen mussten.

"Ob sich die Feuerwehr Thiede weiterhin so für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen, wird ist fraglich", schreibt die FFW.

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(lp)