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04/01/2017 07:53 CET | Aktualisiert 04/01/2017 07:55 CET

Museumsdirektor erwägt, den Terror-LKW von Berlin auszustellen - jetzt gehen Bürger auf die Barrikaden

Der Berliner LKW als Museumsobjekt in Bonn?
Fabrizio Bensch / Reuters
Der Berliner LKW als Museumsobjekt in Bonn?

Noch ist der Anschlag in Berlin nicht restlos aufgeklärt.

Dennoch denkt jetzt schon der erste Museumsdirektor darüber nach, den Berliner Terror-LKW auszustellen. Der Präsident der Bonner Stiftung Haus der Geschichte, Hans Walter Hütter, sagte gegenüber der "dpa" zu einer möglichen Aufnahme des LKWs in den Museumsbestand:

"Es ist noch zu früh, um darauf (auf die Frage, ob der LKW ausgestellt werden soll, Anm. d. Red.) eine abschließende Antwort geben zu können. Der ganze Lastwagen ist wohl auch zu groß. Eher müsste man an ein bestimmtes Teil denken."

Das Haus der Geschichte zeigt bisher beispielsweise die Tür eines Bundeswehr-Fahrzeugs, das einen Einsatz in Afghanistan begleitete. Außerdem sind verschiedene Objekte des RAF-Terrorismus zu sehen, unter anderem das Flächenschussgerät, mit dem die Bundesanwaltschaft angegriffen wurde. Auch die Kölner Nagelbombe der Neonazi-Zelle NSU findet sich in der Ausstellung. Auch Teile der Twin-Towers in New York sind zu sehen.

Hütter hat in den sozialen Netzwerken mit seinem Vorschlag für Wirbel gesorgt.

Ein User kommentiert zynisch, wie man den LKW in seiner ganzen Pracht vor dem Museum präsentieren könne:

Ein Leser fragt sogar, ob dem Täter nicht gleich eine Wachsfigur gewidmet werden solle:

Mit der Zunahme an Kommentaren wird auch der Ton schärfer:

Eine Kommentatorin spannt den Bogen noch ein Stück weiter und verweist auf den LKW, der als Tatwaffe für den Terroranschlag in Nizza eingesetzt wurde. Der sei schließlich auch nicht ausgestellt worden:

Auch diese Leserin kann der Überlegung unter keinen Umständen folgen kann und verweist auf ein Thema, das viele nach dem Anschlag beschäftigte: das Erwecken von Hass.

Zum Schluss fasst ein Leser die Stimmung der Kommentare zusammen:

Der General-Anzeiger bat Leser darum, keine voreiligen Entschlüsse zu ziehen und das Thema mit Vorsicht zu behandeln. Genutzt hat es offensichtlich wenig.

Museumsdirektor Hütter rechtfertigt sich so: "Wenn ein Thema von gesellschaftlicher Relevanz ist, und das ist in diesem Fall ja in der Tat so, dann gehört es zu unserer Geschichte, ob wir das wollen oder nicht. Und wenn wir den Auftrag haben, das materielle Erbe der Vergangenheit zu bewahren, dann gehören auch solche Themen dazu."

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