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04/01/2017 10:06 CET

So könnten bald 500.000 syrische Flüchtlinge zusätzlich nach Deutschland kommen

Umit Bektas / Reuters
A Syrian refugee woman strolls with her child in Elbeyli refugee camp near the Turkish-Syrian border in Kilis province, Turkey, December 1, 2016. REUTERS/Umit Bektas

Seit 2015 sind rund 500.000 Syrer nach Deutschland eingereist. Durch die sogenannte Familienzusammenführung könnten ihnen bald die gleiche Zahl an Angehörigen folgen. Das berichtet die Zeitung "Welt".

Schon in den vergangenen 12 Monaten ist die Zahl nachziehender Familienmitglieder stark gestiegen.

In den ersten drei Quartalen 2016 erhielten über 70.000 Migranten ein Visum, um einem Verwandten in die Bundesrepublik zu folgen. Dies bestätigte das Auswärtige Amt der "Welt".

2015 kamen insgesamt etwa 50.000 Ausländer über diesen Weg nach Deutschland. 2014 waren es knapp 30.000.

Im Schnitt ein nachgezogenes Familienmitglied pro Flüchtling

Ein Großteil der zum Familiennachzug berechtigten Einwanderer sind sogenannte Schutzberechtigte. Das sind zum Beispiel Angehörige eines in Deutschland lebenden Flüchtlings aus einem Bürgerkriegsland wie Syrien.

Die "Welt" verweist in diesem Zusammenhang auf eine Prognose des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Das BAMF erwartet in einem Papier vom Mai, dass pro syrischem Einwanderer im Schnitt 0,9 bis 1,2 Familienangehörige nachziehen würden.

Demzufolge könnten die seit 2015 eingereisten 500.000 Syrer noch einmal dieselbe Zahl an Familienangehörigen nachziehen.

Im Klartext heißt das: Die meisten syrischen Migranten könnten in Zukunft nicht mehr über das Asylverfahren, sondern über den Familiennachzug nach Deutschland kommen.

Die Frage ist: Wie geht Deutschland mit den Familienangehörigen um?

Auch der Vizepräsident des Bundestages, Johannes Singhammer (CSU) betont dies und schlägt in der WELT vor, “so etwas wie sichere Häfen in den Hauptherkunftsregionen aufzubauen.”

Lange Wartezeiten für Flüchtlingsfamilien

Die Zahlen steigen auch deshalb so beständig, weil viele Familien unter sehr langen Wartezeiten bei deutschen Auslandsvertretungen zu leiden haben. Besonders in Ankara und Beirut warten besonders viele auf ihr Visum.

Ein Grund dafür ist, dass die Bundesregierung seit vergangenem März den Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte für zwei Jahre ausgesetzt hat. Und das obwohl nur ein halbes Jahr vorher zunächst eine Erleichterung für den Nachzug beschlossen wurde.

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(ben)