POLITIK
03/01/2017 02:48 CET | Aktualisiert 03/01/2017 04:48 CET

Nach ihrer Polizeikritik: Druck auf Grünen-Chefin Peter nimmt zu

Nach ihrer Polizeikritik: Druck auf Grünen-Chefin Peter nimmt zu
PATRIK STOLLARZ via Getty Images
Nach ihrer Polizeikritik: Druck auf Grünen-Chefin Peter nimmt zu

Man muss nicht immer etwas Falsches sagen, um Menschen gegen sich aufzubringen. Manchmal reicht es auch, eine Aussage zur falschen Zeit zu treffen.

Diese Erfahrung musste Grünen-Chefin Simone Peter am gestrigen Montag machen. Peter hatte nach dem Durchgreifen der Kölner Polizei in der Silversternacht eine kritische Nachfrage zur Verhältnismäßigkeit des Einsatzes gestellt – und – wie im übrigen viele Politikerkollegen – die Verwendung des Wortes "Nafri" kritisiert.

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Jetzt sieht sich Peter massiver Kritik ausgesetzt – auch aus der eigenen Partei. Und das obwohl die Grünen-Chefin noch ausdrücklich betont hatte, die Polizei habe einen guten Job gemacht.

"Manchen Leuten kann man es nie Recht machen“

Der außenpolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouropour, sagte der "Bild“: "Vorwürfe an die Polizei vom Schreibtisch aus sind nicht sinnvoll - für die Bewertung der Arbeit gibt es gewählte parlamentarische Gremien." Zumindest in einem Punkt stellte er sich hinter Peter: Er sei der Meinung, "dass der Begriff 'Nafri' sehr hässlich ist."

Grünen-Politikerin Verena Schäffer verteidigte die Polizei vehement. Der "Bild" sagte sie: "Vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse im letzten Jahr waren sowohl die hohe Polizeipräsenz als auch die verstärkten Kontrollen richtig. Den Polizistinnen und Polizisten gebührt unser Dank für ihren Einsatz in der Silvesternacht."

"Kritik war völlig fehl am Platz völlig fehl am Platz"

CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl äußerte sich ähnlich unmissverständlich: Das harte Vorgehen der Polizei gegen nordafrikanische Männer am Kölner Bahnhofsvorplatz sei "verhältnismäßig, erforderlich und damit auch rechtmäßig" gewesen. Uhl fragte: "Wie viele Tote, Ver­letz­te und wie viele ver­ge­wal­tig­te Frau­en braucht Frau Peter noch, damit sie zu Ver­stand kommt?"

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt kritisierte Peter in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie halte deren Kritik für "völlig fehl am Platz". Hassefeldt sagte: "Einmal mehr wird deutlich, dass die Kompetenz in Fragen der Inneren Sicherheit bei der Union liegt."

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann ging Peter an: "Manchen Leuten – auch bei den Grünen – kann man es nie Recht machen", sagte er den "Ruhr Nachrichten".

(bp)