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03/01/2017 15:38 CET | Aktualisiert 04/01/2017 05:43 CET

So fühlte sich die Rassismus-Schelte für einen Kölner Polizisten an

Kölner Polizisten an Silvester am Hauptbahnhof: Ein Beamter erzählt, wie er die Reaktionen auf ihre Arbeit empfunden hat
Wolfgang Rattay / Reuters
Kölner Polizisten an Silvester am Hauptbahnhof: Ein Beamter erzählt, wie er die Reaktionen auf ihre Arbeit empfunden hat

Die Kritik der Grünen-Politikerin Simone Peter am Polizeieinsatz in Köln hat in Deutschland eine hitzige Debatte entfacht. Sie hatte hinterfragt, ob die massenhaften Kontrollen von jungen Männern an Silvester recht- und verhältnismäßig waren.

Ein Polizist, der an Silvester auf der Domplatte Dienst hatte, erzählt nun der Nachrichtenseite "Focus Online", wie sich die Kritik an seiner Arbeit angefühlt habe.

Kölner Polizist: "Vernunft durch Ideologie ersetzt"

In der Silvesternacht hätte er erst kurz nach vier Uhr müde und durchfroren ins Bett gehen können, sagt der langjährige Kölner Polizist. Mittags am Neujahrstag habe er dann von Peters Kritik erfahren.

"Ich habe so einen Hals bekommen", sagt er. Ihm zufolge sei da Ideologie durch Vernunft ersetzt worden, was immer schlecht wäre.

Bekannte hätten ihn daraufhin gefragt, was sich in der Nacht wirklich abgespielt habe. Kollegen hätten sich über das Statement der Grünen-Politikerin aufgeregt. Doch der Polizist kann die Aufregung nicht ganz verstehen: "Denn eigentlich lief der Einsatz in der Silvesternacht super."

So lief die Silvesternacht für ihn ab

Lediglich zu einer brenzlige Situation sei er gerufen worden. Nach Mitternacht sei die Stimmung gut gewesen, weil "wir alle wussten, dass das im Vergleich zum Vorjahr ruhig bleibt. Danach wollten wir nur noch nach Hause."

Das Gefühl, gute Arbeit geleistet zu haben, hätte den Frust über die Worte von Peter nur größer werden lassen.

"Es fühlt sich wie eine Niederlage an, dabei habe ich meine Arbeit gut gemacht", sagt er. Gerade für seine jüngeren Kollegen tue es ihm besonders leid: "Das trifft die persönlich. Und daraus entsteht Frust."

Immerhin: Am Montag hatte Peter ein Lob für die Arbeit der Polizei nachgeschoben. "Es war richtig, hier schnell und präventiv zu reagieren und die Sicherheit aller Menschen in Köln zu gewährleisten", schrieb sie auf Facebook.

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