LIFE
03/01/2017 02:29 CET | Aktualisiert 06/12/2017 03:50 CET

Mysteriöse Krankheit befällt Kiffer in Legalisierungs-Staaten in den USA

Eine mysteriöse Krankheit befällt Cannabis-Konsumenten in den USA – besonders in Krankenhäusern in Staaten, in denen die Droge legalisiert worden ist. Die Symptome sind heftige Magenschmerzen und Brechreiz. Viele Ärzte sind ratlos, wie sie die Patienten behandeln sollen und was ihnen fehlt (siehe auch Video oben).

Bei der Krankheitserscheinung handelt es sich wahrscheinlich um das sogenannte Cannabis-Hyperemesis-Syndrom (CHS), das mit einem heftigen und langfristigen Cannabiskonsum zusammenhängt, wie Experten glauben.

Der Brechreiz, zu dem es beim CHS kommt, kann mit heißem Duschen und Bädern gemildert werden. Dieses Wissen könnte Ärzten nun bei der Diagnose der seltenen Erscheinung helfen .

Eine Folge der Cannabis-Legalisierung?

Seit die US-Regierung im Jahr 2009 beschloss, ihren Kurs gegenüber medizinischem Marihuana zu lockern, wurde in den Notaufnahmen zweier Krankenhäuser in Colorado eine Verdopplung der CHS-Diagnosen registriert. Das geht aus einer Studie des Arztes Kennon Heard am Universitätsklinikum in Aurora, Colorado, hervor.

"Wir beobachten das mittlerweile recht häufig“, sagte Heard gegenüber dem US-Sender CBS News. "Meine Kollegen erleben das mittlerweile wöchentlich bis täglich."

Krankenhäuser in anderen Gegenden, in denen Cannabis legal ist, berichten ebenfalls von mehr Fällen des Syndroms. Das Georgetown-University-Krankenhaus in Washington, D.C, das Harborview Medical Center in Seattle und das Medical Center der Washington University in Seattle gehören zu den besonders auffälligen Auftrittsorten.

"Die Wissenschaft dahinter ist völlig unklar"

Obwohl CHS bereits vor etwa zehn Jahren zum ersten Mal beobachtet wurde, ist über die Krankheit bislang kaum etwas bekannt.

Dem Fernsehsender Denver Channel sagte Experte Heard: "Die Wissenschaft dahinter ist völlig unklar". "Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass Menschen, die regelmäßig Cannabis in hohen Dosen konsumieren, Veränderungen in den Rezeptoren ihres Körpers haben und diese in irgendeiner Weise entreguliert werden, was zu Schmerzen führt."

Im schlimmsten Fall kann die Krankheit zu Nierenversagen führen – aber die Symptome hören normalerweise innerhalb weniger Tage nach dem Cannabiskonsum auf.

"Patienten bekommen eine Infusion und Medikamente, um das Erbrechen zu stoppen und die Schmerzen zu mildern“, erklärt Heard. "Aber die eigentliche Behandlung ist es, den Cannabiskonsum zu stoppen oder zumindest deutlich zurückzufahren. Das ist der einzige Weg, es wirklich zu lindern."

Der Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde aus dem Englischen übersetzt.

Hier sind alle Menschen, die an einer Überdosis Cannabis gestorben sind

(bp)