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02/01/2017 10:01 CET | Aktualisiert 02/01/2017 11:39 CET

Deutscher Tierschutzbund fordert strengere Vorschriften für Haltung von Biovieh

Anthony Lee via Getty Images
Der Deutsche Tierschutzbund fordert mehr Grenzwerte für die ökologische Haltung von Vieh

  • Die EU will die Ökoverordnung in der Tierhaltung reformieren

  • Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, fordert mehr Grenzwerte in der Tierhaltung

  • Er beruft sich auf eine Studie, nach der Biovieh nicht gesünder ist als die Tiere auf konventionellen Höfen

Seit Jahren verhandelt die Europäische Union über einen Entwurf der Europäischen Kommission zur Änderung der Ökoverordnung. Nachdem bis jetzt keine Einigung erzielt werden konnte, wurden die Gespräche am 7. Dezember auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der Deutsche Tierschutzbund nutzt nun die Zeit, um Stellung zum Thema "Öko" zu beziehen und Werbung in eigener Sache zu machen. Präsident Thomas Schröder setzt sich vor allem für mehr Grenzwerte ein, die sich auf die Gesundheit und Lebensqualität der Tiere selbst beziehen.

Es gebe keine Werte für die Häufigkeit von Verletzungen und Krankheiten, das Gangbild oder den Anteil an Lahmheiten. Dabei seien all diese Faktoren wichtige Hinweise auf die Lebensqualität der Tiere, erklärte Schröder der Tageszeitung "taz".

Schröder appellierte auch an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt

In einem Interview mit dem "Westdeutschen Rundfunk" appelliert Schröder auch an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt. Anstatt über "vegane Wurst zu philosophieren", müsse der Minister endlich etwas gegen Tierqual im Stall unternehmen und Verordnungen zur artgerechten Haltung der Tiere erlassen.

Bio-Vieh nicht gesünder als die Tiere auf konventionellen Höfen

Diese Forderungen stellt der deutsche Tierschutzbund unter anderem wegen einer aktuellen Studie der Universität Kassel. Diese ergab, dass die Erkrankungsraten in ökologischen Milchviehbetrieben ähnlich hoch sind wie auf konventionellen Höfen - trotz besserer Haltungsstandards.

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"Ob es den Tieren tatsächlich gut geht", werde nicht erfasst, sagte Schröder gegenüber der "taz". Eine durch Züchtung stark erhöhte Leistung, wie es etwa bei einer Milchkuh der Fall sei, könne trotz angemessener Haltung zu gesundheitlichen Problemen führen. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher Grenzwerte für die Mast-, Milch- und Legeleistung der Tiere.

Auch Vorgaben, welche eine möglichst natürliche Lebensweise der Tiere sicherstellen, stehen auf der Liste des Verbandes. Als Beispiele dafür nennt Thomas Schröder im Gespräch mit der "taz" unter anderem angemessenen Sozialkontakt, artgerechte Bodenbeschaffenheit und angepasste Gruppengrößen.

"Entscheidend sind die Haltungsbedingungen"

Ein weiterer kritischer Punkt sind für den Verband Schlachtung und Transport der Tiere. Unter dem Label "Für mehr Tierschutz" dürfen Mastschweine maximal vier Stunden transportiert werden. In der aktuellen Ökoverordnung wird keine Maximal-Dauer für den Transport der Tiere genannt.

Auch Obergrenzen für die Anzahl an Tieren in einem Betrieb unterstützt der Deutsche Tierschutzbund. Präsident Thomas Schröder betont: "Für den Tierschutz sind Management und Haltungsbedingungen entscheidend."

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