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02/01/2017 03:42 CET | Aktualisiert 02/01/2017 07:50 CET

Internes Polizeidokument verrät, was "Nafri" wirklich bedeutet

dpa
Die Polizei griff am Silvesterabend in Köln rigoros durch

Nach der Kölner Silvesternacht wird nicht etwa die gute Arbeit der Polizei in Köln gelobt, sondern es entbrennt eine Rassismus-Diskussion.

Aufhänger: Die Kölner Polizei hatte rund 1000 Nordafrikaner am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht kontrolliert. Bei Facebook ließ die Kölner Polizei wissen: "Am Hauptbahnhof haben wir mehrere Hundert Personen, die augenscheinlich aus Afrika stammen, festgestellt."

Die Polizei sprach von ihnen mit der Bezeichnung "Nafris".

Seitdem ist eine Diskussion darum entbrannt, ob die Polizei rassistisch gehandelt hat, weil die Personen nach ihrem Aussehen als gefährlich einschätzte. Unter anderem Politiker der Linken, der SPD und der Grünen kritisieren die Polizei für die Verwendung des Begriffs "Nafris" jetzt.

Jetzt fragen sich viele: Was bedeutet "Nafris" eigentlich?

Jetzt zitiert der Kölner "Express" aus einem internen Papier des LKA. Dort heißt es zur Bedeutung des Begriffs:

  • "Tatverdächtige sind Angehörige eines NAFRI-Staates (Ägypten, Algerien, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien, Tunesien)"

  • "Tatverdächtige sind meistens zwischen 15 und 25 Jahre alt (nach eigenen Angaben häufig minderjährig) begangen werden insbesondere Raub-, Körperverletzungs-, BtM-, und Taschendiebstahlsdelikte (sogenanntes "Antanzen”)"

  • "Tatort meist belebte Innenstadtbereiche"

Der Express zitiert weiter aus dem Papier:

"Unter dem Stichwort „Besonderheiten/Eigensicherung“ werden Polizisten gewarnt:

Die Klientel verhält sich äußerst aggressiv auch gegenüber einschreitenden Polizeibeamten und Mitarbeitern der Stadt (Jugendamt, Ausländeramt). Bewaffnungen (Klappmesser) werden regelmäßig festgestellt; häufig Widerstandshandlungen."

Am Sonntag hatte sich Polizeipräsident Mathies auch dazu geäußert.

Seiner Einschätzung nach hätte der Begriff "Nafri" besser nicht nach außen verwendet werden sollen. Eine Häufung an Straftaten von Personen aus dem nordafrikanischen Raum lasse sich aber nicht bestreiten, und dafür müsse dann polizeiintern auch ein Begriff gefunden werden. Mathies betonte, dass die allermeisten in Deutschland lebenden Nordafrikaner natürlich keine Straftäter seien.

Rückendeckung bekam die Kölner Polizei vom Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt. "Die Sicherheitskräfte in Köln haben hervorragende Arbeit geleistet und schwere Straftaten verhindert", sagte er der "Huffington Post". Auch den Vorwurf des "racial profiling" wies er zurück.

Mit Material der dpa

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