POLITIK
03/01/2017 00:38 CET | Aktualisiert 03/01/2017 00:43 CET

Istanbul: IS veröffentlicht Video des Reina-Attentäters

Amak / IS-Propaganda
Der IS veröffentlichte ein Video des Istanbul-Attentäters

Nach dem Angriff auf eine Silvesterfeier im Istanbuler Nachtclub Reina fahndet die Polizei weiter nach dem Täter und möglichen Komplizen. Zwar gab es mehrere Festnahmen im Zusammenhang mit dem Attentat, das die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

Der flüchtige Angreifer war bislang aber nicht darunter. Die türkische Regierung schloss eine nochmalige Verlängerung des Ausnahmezustandes im Land nicht aus - und will ihren Militäreinsatz gegen den IS im benachbarten Syrien auch nach dem Attentat fortsetzen.

Die Terrormiliz hat sich inzwischen zu dem Anschlag bekannt. "Ein Soldat des Kalifats" soll der Angreifer gewesen sein, der an Neujahr 39 Menschen im Nachtclub "Reina" tötete. Gleichzeitig veröffentlicht der IS ein Video, das den Attentäter auf dem Taksim-Platz in Istanbul zeigt.

Mit dem Angriff auf eine Istanbuler Disco hat die Terrormiliz Islamischer Staat nach eigenen Angaben christliche Partygänger treffen wollen. Sie übernahm am Montag mit einer Mitteilung durch ihr Propagandaorgan Amak die Verantwortung für die Tat. Die Mehrheit der 39 Toten und fast 70 Verletzten stammte jedoch aus dem muslimisch geprägten Ausland.

Unter den 39 Opfern waren der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge unter anderem elf Türken, sieben Menschen aus Saudi-Arabien und je drei aus dem Libanon und dem Irak. Zwei Opfer hatten nach Angaben des Bundesaußenministeriums in Bayern gewohnt.

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Die Behörden haben unterdessen offenbar eine weitere Spur zum Täter. Der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus sagte am Montag, die Ermittler hätten Fingerabdrücke gefunden und eine grundlegende Beschreibung des Angreifers. Die Behörden seien nah an der Identifizierung des Täters.

Türkische Medien, darunter CNN Turk, verbreiteten ein Video, das den Angreifer bei einer Kontrolle seines Ausweises zeigte.

Am Montag tauchte zudem das Video eine Überwachungskamera aus dem Club auf, das zeigt, wie der Angreifer sich den Weg freischießt. Die Echtheit des Videos ist noch bestätigt.

Bei der Suche nach dem Todesschützen nahm die Polizei unterdessen acht Personen fest, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Eine Razzia in einer Wohnung im Stadtteil Zeytinburnu am Montagabend verlief laut Journalisten der Nachrichtenagentur AP, die vor Ort waren, ohne weitere Festnahmen.

Mit Material der AP und der dpa

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