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01/01/2017 08:06 CET | Aktualisiert 01/01/2017 08:47 CET

Trump will neue Infos über den mutmaßlich russischen Hacking-Angriff verraten

Jonathan Ernst / Reuters
Der künftige US-Präsident Donald Trump sagte, er wisse etwas über den mutmaßlichen russischen Hacking-Angriff, was andere Leute nicht wissen.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat erneut Zweifel an den Auswertungen von US-Geheimdiensten über mutmaßliche russische Hackerangriffe geäußert.

Laut der Bundespolizei FBI sollen russische Hacker politische Organisationen in den USA angegriffen haben, um Trump im Wahlkampf zu stärken.

Trump hatte die Informationen in den vergangenen Tagen als nicht glaubwürdig abgetan. In einem Kurzinterview vor einer Silvesterparty in einem seiner Resorts in Florida, sagte er:

"Ich will einfach nur, dass sie (die Geheimdienste, Anm. d. Red.) sich sicher sind. Schließlich ist das ein ziemlich ernster Vorwurf und ich will, dass sie sich sicher sind."

Weiter erklärte er: "Und wenn du dir die Sache mit den Massenvernichtungswaffen anschaust, das war ein Desaster und sie lagen falsch. Deshalb will ich, dass sie sich sicher sind." Der designierte Präsident spielte damit auf falsche Beweise an, die 2003 den Irakkrieg rechtfertigen sollten. Demnach soll der Irak damals Massenvernichtungswaffen besessen haben.

Trump: "Hacking ist sehr schwer zu beweisen"

Trump überraschte auch mit der Aussage, dass er etwas vom Hacken verstünde.

"Ich finde es unfair, wenn sie (die Geheimdienste, Anm. d. Red.) es nicht wissen. Ich verstehe viel von Hacking und Hacking ist sehr schwer zu beweisen. Also könnte es auch jemand anderes (als die Russen, Anm. d. Red.) gewesen sein. Ich weiß außerdem auch Sachen, die andere Leute nicht wissen, also können sie sich in dieser Situation nicht sicher sein."

Trump betonte, er sei davon überzeugt, dass äußerst sensible Daten gar nicht erst über den Computer verschickt werden sollten und berief sich dabei auf die Fachkenntnis seines zehnjährigen Sohnes.

"Es ist sehr wichtig, wenn du etwas wirklich Wichtiges hast: Schreib es auf und lass es von einem Kurier zustellen, auf die altmodische Art, denn ich sage dir, kein Computer ist sicher. Mich interessiert nicht, was sie sagen, kein Computer ist sicher", sagte Trump.

"Ich habe einen zehnjährigen Sohn. Er kann alles mit dem Computer. Wenn du etwas nicht aufgedeckt haben willst, dann schreib es auf und verschicke es über einen Kurier."

Trump will seine Kenntnisse bald preisgeben

Als Trump von den Journalisten gefragt wurde, was genau er über den vermeintlich russischen Hacker-Angriff wisse, was andere nicht wüssten, sagte er, dass er seine Kenntnisse zur passenden Zeit preisgeben werde. "Sie werden es Dienstag oder Mittwoch herausfinden“, sagte er.

Das Ministerium für Innere Sicherheit und das FBI veröffentlichten vergangene Woche ein 13-seitiges Dokument, das darlegt, wie russische Hacker E-Mails von Amtsträgern der demokratischen Partei gestohlen haben sollen. Die Informationen wurden in den letzten Wochen des Wahlkampfs auf Wikileaks veröffentlicht.

Trump will sich mit den Chefs der US-Geheimdienste treffen

Nach der Veröffentlichung des Berichts, erklärte Trump, dass er sich in den kommenden Tagen mit den Leitern der US-Geheimdienste treffen werde, um die Eingriffe Russlands in den Wahlkampf zu besprechen.

Trumps Rivalin Hillary Clinton schnitt bereits in einer der Wahlkampf-Debatten das Thema der russischen Einflussnahme auf die US-Wahl an. Trump sagte damals schon, dass es unmöglich sei, zu wissen, wer wirklich hinter dem Hacking-Angriff stecke. Damals erklärte er, dass auch ein "400 Pfund schwerer Hacker" von seinem Bett aus den Angriff gestartet haben könnte.

Putin richtet sich mit Neujahrsgrüßen an Trump

Trumps russlandfreundliche Haltung ist schon seit Wochen ein Thema.

Dass sich Trump und Wladimir Putin gut verstehen, zeigte der russische Präsident nun auch mit seinen jährlichen Neujahrsgrüßen. Wie der US-Sender "CNN" berichtet, gratulierte er darin dem künftigen US-Präsidenten Trump, nicht aber dem aktuellen Präsidenten Barack Obama.

Putin erklärte, darauf zu hoffen, dass nach der Amtsübernahme Trumps "echte Schritte getan werden, um die Mechanismen von bilateraler Zusammenarbeit in vielen verschiedenen Bereichen wiederherzustellen und die Zusammenarbeit in der internationalen Arena auf ein ganz neues Level zu heben.“

Bereits am Freitag vergangener Woche hatte Trump den russischen Präsidenten gelobt, als dieser sich dagegen entschieden hatte, 35 US-Diplomaten als Antwort auf die Sanktionen aus Amerika auszuweisen.

Trump nannte dies in einem Tweet "einen großartigen Zug“ und schrieb über Putin: "Ich wusste schon immer, dass er sehr schlau ist."

Dieser Artikel erschien zuerst auf The Huffington Post USA und wurde von Jan Borner ins Deutsche übersetzt.

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