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01/01/2017 05:00 CET | Aktualisiert 02/01/2017 08:01 CET

So lief Silvester in Köln: 1100 Platzverweise, 650 kontrollierte Personen, 7 sexuelle Übergriffe

Ein Jahr nach den massenhaften sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht feierte die Domstadt unter stark verschärften Sicherheitsvorkehrungen(Aufnahmen im Video oben).

In der Innenstadt waren rund 1500 Polizisten im Einsatz – zehnmal so viele wie im vergangenen Jahr. Wer auf die Domplatte wollte, musste sich Einlasskontrollen unterziehen.

Das vorläufige Fazit der Kölner Polizei: Es gab sechs Festnahmen und 900 Platzverweise. Zudem soll es zu zwei sexuellen Übergriffen gekommen sein und sechs Diebstähle seien angezeigt worden. Wie der "Express" berichtet, ordnete die Polizei ihre Arbeit in einer ersten Bilanz als effektiv und sinnvoll ein.

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies fasste die Lage um 2 Uhr Nachts so zusammen: „Im Großen und Ganzen ist der Plan aufgegangen.“

Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker habe sich mit dem Verlauf der Silvesternacht zufrieden gezeigt und erklärt: "Wir haben die Sicherheitslage gut und richtig eingeschätzt."

Rund 1700 Personen in Köln kontrolliert

Mindestens "1000 fahndungsrelevante Personen" seien über den Hauptbahnhof angereist. Insgesamt sprach die Polizei 1100 Platzverweise aus. Von 650 Personen wurden die Personalien aufgenommen. Bei ihnen sei mit Straftaten zu rechnen gewesen. Dabei soll es sich vor allem um arabisch aussehende Männer gehandelt haben. Zudem seien knapp 300 Personen am Deutzer Bahnhof aus einem Zug geholt worden.

27 Personen wurden mit Verdacht auf Straftaten vorläufig festgenommen. Insgesamt 114 Strafanzeigen gingen in Köln ein, darunter sieben Sexualdelikte. Die Bundespolizei nahm weitere 50 Straftaten auf - darunter vier sexuelle Belästigungen, wie die "Rheinische Post" berichtet.

Auch aus Frankfurt und Hagen wurden Zusammenkünfte von mehr als hundert Personen nordafrikanischer Herkunft gemeldet, wie die "Welt" berichtet. Wie und warum sie sich verabredet haben, ist bisher ungeklärt.

Was den Personen vorgeworfen wurde, ist bislang unklar. Der Kölner Polizeipräsident erklärte dazu: "Sie werden von uns befragt, und wir werden ihre Identität feststellen. Es wird keiner zu früh gehen." Er sagte, die Beamten würden mit Augenmaß vorgehen. "Ich hatte vorher bewusst eine niedrige Einschreitschwelle angeordnet."

Laut "Focus Online" erteilte die Polizei auch sechs Mitgliedern der rechten "Indentitären Bewegung" einen Platzverweis. Die Männer seien von der Landespolizei im Kölner Hauptbahnhof abgefangen worden. Bei der Kontrolle hätte sich aber nichts nichts "fahndungstechnisch relevantes" ergeben.

Lichtinstallation am Dom

silvester

Lichtinstallation des Künstlers Philipp Geist am Kölner Dom.

Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, feierten mehrere zehntausend Menschen die Silvesternacht am Dom und am Rheinufer.

Mit Einbruch der Dunkelheit startete am Dom eine Multimedia-Show des Berliner Lichtkünstlers Philipp Geist. Dabei wurden Wörter auf den Boden und an Häuser projiziert, die die Kölner in den Tagen zuvor vorgeschlagen hatten - etwa "Anstand" und "Erinnerung".

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Mit Material von dpa.

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