WIRTSCHAFT
31/12/2016 09:01 CET | Aktualisiert 31/12/2016 09:07 CET

Top-Ökonom warnt: "2017 wird das allerschlechteste Jahr für Sparer"

Top-Ökonom warnt: "2017 wird das allerschlechteste Jahr für Sparer"
Florian Gaertner via Getty Images
Top-Ökonom warnt: "2017 wird das allerschlechteste Jahr für Sparer"

Für Sparer könnte das Jahr 2017 schwierig werden. Das befürchtet der Präsident des ifo-Instituts Clemens Fuest. "Es könnte das allerschlechteste Jahr für Kleinsparer seit langem werden", sagte Fuest der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Wie kommt der Top-Ökonom zu dieser Einschätzung?

"Das Vermögen der Bürger wird so stark wie lange nicht mehr entwertet", glaubt Fuest. Schuld daran sei die steigende Inflation, die in Deutschland auf 1,5 Prozent zulegen werde, während die Zinsen weit darunter blieben.

Was sagt Fuest zum Optimismus an den Märkten?

Die aktuelle Euphorie an den Börsen nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten amerikanischen Präsidenten hält der Ifo-Präsident für übertrieben: "Auch Trump muss sich mit der Verschuldung Amerikas auseinandersetzen, die seine Spielräume begrenzt".

Was müsse die deutsche Regierung tun?

Fuest äußert sich zur Diskussion um Steuersenkungen in Deutschland. Er kritisierte die Äußerung von SPD-Chef Gabriel, dass das Geld für Investitionen benötigt werde. Für Steuersenkungen sei "genug Geld da. Man muss nur aufhören, es für Klientelpolitik aus dem Fenster zu werfen".

Als Beispiel dafür nannte er die Rente mit 63. Er kritisierte Finanzminister Wolfgang Schäuble. Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage "müssten wir eigentlich höhere Überschüsse haben. Er hat keinen großen Beitrag zur Sanierung des Haushalts über Kürzung von Staatsausgaben geleistet."

Seine Leistung bestünde aber darin, dass nicht noch mehr Geld ausgegeben worden sei.

Was wird der Brexit 2017 für Europa bedeuten?

Fuest kritisierte die Vorwürfe an Großbritannien, das Land sei Rosinenpicker. "Das ist ein Begriff aus der Kleinkinderpädagogik, davon sollten wir uns lösen." Es liege im deutschen Interesse, die Briten so weit wie möglich im Binnenmarkt zu halten.

Fuest schlägt vor, dass Großbritannien nach dem EU-Austritt noch zehn Jahre übergangsweise im Binnenmarkt bleiben solle, um in Ruhe die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zur EU verhandeln zu können.

Die jetzt dafür vorgesehenen zwei Jahre seien viel zu kurz. Man solle auch nicht das Finanzzentrum London kaputtmachen. "Europa hat die Wahl zwischen einem globalen Finanzzentrum oder keinem. Frankfurt oder Paris werden nicht das neue London."

(ca)