POLITIK
30/12/2016 14:45 CET | Aktualisiert 31/12/2016 05:10 CET

Ein BKA-Bericht zeigt: Flüchtlinge begehen weniger Straftaten

  • Die Zahl der Straftaten, die durch Flüchtlinge begangen wird, geht in Deutschland zurück

  • Das zeigt ein geheimer BKA-Bericht

  • Die meisten der Delikte sind Bagatellen wie das Fahren ohne Fahrschein

  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Der Anschlag von Berlin, der Mordfall von Freiburg, der Brandanschlag auf einen Obdachlosen: Rechtspopulisten instrumentalisieren diese Ereignisse um darauf hinzuweisen, dass es in Deutschland wirklich mehr Kriminalität gibt, seit der Flüchtlingskrise.

Jetzt belegen endlich Zahlen, dass die "es sind keine Einzelfälle"-Schreier komplett im Unrecht sind: Laut einem vertraulichen Lagebericht des Bundeskriminalamts sind die Straftaten die von Zuwanderern begangen wurden oder für Migranten verdächtigt wurden stark gesunken. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung", der der Bericht gemeinsam mit dem NDR vorliegt.

Straftaten um 23 Prozent gesunken

Der Bericht enthält Daten von Januar bis September dieses Jahres. Im dritten Quartal 2016, also von Juli bis September sind die Straftaten um 23 Prozent gesunken. In den gesamten neun Monaten zählte das BKA insgesamt 214.600 Straftaten durch Migranten.

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Die Anzahl der Asylanträge ist im gleichen Zeitraum aber um gut ein Viertel auf 1,1 Millionen gestiegen. Verstöße gegen das Asylrecht werden in der Statistik nicht erfasst, dafür aber auch laufende Verfahren. Es handelt sich bei der Zahl der Taten also nicht um verurteilte Straftäter.

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Die meisten Delikte sind kleine Vergehen wie Schwarzfahren oder Diebstahl. Körperverletzungen, meist mit anderen Zuwanderern als Geschädigte, machen rund ein Viertel der Taten aus. Nur in sechs Prozent ist das Opfer ein Nicht-Zuwanderer.

In 1,3 Prozent der Fälle handelt es sich um Sexualdelikte - versucht oder vollendet. Ob hier vorrangig Nicht-Migranten oder ebenfalls andere Migranten die Opfer sind wird nicht erwähnt.

Iraker, Syrer und Afghanen halten sich mehr an das Gesetz

Die Statistik zeigt aber auch, dass Migranten aus bestimmten Herkunftsländern mehr dazu neigen, straffällig zu werden. Syrer, Iraker und Afghanen machen zwar zwei Drittel der Zuwanderer aus, sind aber nur für ein Drittel der Delikte verantwortlich.

Migranten aus den Balkan- und Maghrebstaate, aber auch aus Gambia, Nigeria und Somalia tauchen häufiger in der Statistik auf.

Ironischerweise wurden aber Syrer, Iraker und Afghanen besonders häufig Opfer einer Straftat.

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