POLITIK
30/12/2016 04:48 CET | Aktualisiert 30/12/2016 06:50 CET

Sternekoch erhält Drohungen von AfD-Anhängern - doch die halten ihn nicht von seiner Mission ab

  • Billy Wagner bedient in seinem Berliner Sternerestaurant "Nobelhart und Schmutzig" keine AfD-Mitglieder

  • Sein Verbotsschild ging vor wenigen Wochen viral, Wagner erhielt heftige Reaktionen

  • Eine Aussage hat ihn besonders getroffen, sagt er im Video-Interview (oben)

Billy Wagner bedient in seinem Berliner Sternerestaurant "Nobelhart und Schmutzig" keine AfD-Mitglieder. Sein Verbotsschild ging vor wenigen Wochen viral, Wagner erhielt heftige Reaktionen.

In den sozialen Medien wurde der Post tausendfach geteilt und kommentiert, außerdem erhielt Wagner etwa hundert Mails und Anrufe. "Das krasseste war der Satz: 'Warte mal, bis wir an der Macht sind'. Da wird mir unwohl", sagt er im Interview mit der Huffington Post (im Video oben).

"Gerade in Deutschland, gerade mit der Vergangenheit und dem Bewusstsein, was alles passieren kann", sagt er. "Jemanden, der so perfide ist und unangenehm droht, will ich nicht in einer Führungsposition haben."

Andere drohten ihm, das Gesundheitsamt loszuschicken oder ihn krankenhausreif zu schlagen. "Sicher war vieles dabei, was ich zur Anzeige hätte bringen können", sagt er.

"Gedankengut völliger Intoleranz"

Aber zu diesem Schritt hat er sich bislang noch nicht entschieden. "Ich würde das nie zur Anzeige bringen, solange es mich nicht seelisch oder körperlich betrifft."

Rückblickend hätten ihm die heftigen Reaktionen gezeigt, dass die Debatte richtig war. "Wenn jemand noch nicht genau wusste, was er 2017 wählen soll, hat er nun hoffentlich ein klares Bild über die Partei bekommen", sagt er. "Es ist besser irgendwas anderes zu wählen, aber nicht die AfD oder eine Partei aus dem extrem rechten Bereich".

"Das möchte ich nicht in meinem Restaurant haben"

Für das Schild habe er sich entschieden, weil ihm der Erfolg der AfD Sorgen gemacht habe. "Ich kann kein Gedankengut mit völliger Intoleranz in meinem Restaurant dulden", sagt er.

Die Partei spiele mit den niedrigsten Instinkten und toleriere die krudesten Meinungen. "Das möchte ich nicht bei mir im Restaurant haben".

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

(ca)