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30/12/2016 16:17 CET | Aktualisiert 30/12/2016 16:17 CET

Berliner Polizei über falschen Verdächtigen: "Der Mann ist definitiv nicht misshandelt worden"

Fabrizio Bensch / Reuters
German police officers secure the site of an accident with machine guns at a Christmas market on Breitscheidplatz square near the fashionable Kurfuerstendamm avenue in the west of Berlin, Germany, December 19, 2016. REUTERS/Fabrizio Bensch TPX IMAGES OF THE DAY

  • Der Pakistani Naved B. wurde nach dem Berlin-Anschlag fälschlicherweise verdächtigt

  • In einem Interview hatte er angeblich berichtet, von der Polizei misshandelt worden zu sein

  • Die Berliner Polizei bestreitet die Vorwürfe

Die Berliner Polizei hat den Vorwurf zurückgewiesen, nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag einen festgenommenen Verdächtigen misshandelt zu haben. "Das hat nicht den Hauch von Substanz", sagte ein Polizeisprecher am Freitag. "Der Mann ist definitiv von keinem Mitarbeiter misshandelt worden." Die Polizei hatte am Freitag erneut mit dem Mann gesprochen.

Der Pakistaner war kurz nach dem Anschlag am 19. Dezember auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche festgenommen worden. Er kam aber schnell wieder frei. Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri, dessen Fingerabdrücke im Führerhaus des Lkw gefunden wurden, starb später in Italien bei einem Schusswechsel mit Polizisten.

Die britische Zeitung "Guardian", die nach eigenen Angaben mit dem 24-Jährigen geredet hatte, berichtete am Freitag über angebliche Schläge. Dem Berliner Polizeisprecher zufolge sprachen die Beamten nach der Veröffentlichung des Interviews mit dem Pakistaner.

Es gibt einen "sehr guten wechselseitigen Kontakt"

Der Mann habe betont, er sei weder geschlagen noch misshandelt worden. Zudem gebe es seit Tagen einen "sehr guten, wechselseitigen Kontakt". Die Polizei sehe sich durch die Vorwürfe in ihrer Arbeit diskreditiert: "Das tut uns richtig weh", sagte der Sprecher.

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Die Autorin des "Guardian"-Artikels schrieb am Freitagabend bei Twitter, das mit Hilfe eines Dolmetschers geführte dreistündige Gespräch mit dem Pakistaner sei aufgenommen worden.

Dem "Guardian" zufolge wollte er mit dem Interview bekannter machen, dass er unschuldig sei. Demnach fürchtet er in Deutschland um sein Leben. Zudem sei seine Familie in Pakistan von Sicherheitskräften kontaktiert worden. Es habe Drohanrufe gegeben.

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