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29/12/2016 10:23 CET | Aktualisiert 29/12/2016 10:25 CET

4 Dinge, die euch niemand über Sex ab 35 verrät

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4 Dinge, die euch niemand über Sex ab 35 verrät.

Viele glauben, dass der Sex bis zur Menopause gleich bleibt. Die Veränderungen aber beginnen schon Mitte der 30er - und sie beeinflussen, was sich im Bett abspielt, zum Guten und zum weniger Guten.

Hier sind 4 Dinge, die euch vielleicht noch niemand über Sex ab 35 gesagt hat:

1. Es gibt keine Garantie für die "Wilden Dreißiger"

Oft heißt es, Frauen erlebten zwischen Ende 30 und Anfang 40 ihre sexuelle Hochphase. Das trifft jedoch nicht auf alle zu.

Der Grund: "Viele Frauen reagieren überrascht, wenn sie hören, dass der Testosteronspiegel, das Lust-Hormon, schon mit Ende 20 sinkt", erklärt Leah S. Millheiser, Ärztin und Direktorin des Female Sexual Medicine Program bei Standford Health Care. "Aber jede Frau durchlebt zwischen 20 und 50 einen Abfall des Testosteronspiegels um bis zu 50 Prozent."

Was man sich außerdem immer wieder ins Gedächtnis rufen muss: Der Stress, den man in den 30ern hat (Arbeit, Familie, Freunde… und dann soll man auch noch Zeit finden, um Sport zu treiben!), kommt dem Sexualleben gerne mal in die Quere.

"Frauen lassen sich in ihrer Lust eher von äußeren Faktoren beeinflussen als Männer“, erklärt Millheiser. Mit anderen Worten: Der Sexualtrieb legt eine Pause ein, wenn das Leben verrücktspielt.

2. Wenn ihr weniger leicht feucht werden, hat das vermutlich einen einfachen Grund

Nicht nur der natürliche Rückgang des Testosterons spielt hier eine Rolle, sondern auch die Wahl der Verhütung.

Der Grund: Je älter eine Frau wird, desto mehr neigt sie statisch gesehen dazu, ein hormonelles Verjütungsmittel einzusetzen, so ein Bericht des Centers for Disease Control and Prevention.

Die Forscher schreiben darin, dass 75,3 Prozent der Frauen zwischen 40 und 44 verhüten, im Gegensatz dazu aber nur 69,7 Prozent der Frauen zwischen 30 und 34 und 58,3 Prozent der Frauen zwischen 20 und 24 zu einem Verhütungsmittel greifen.

Wenn man sich für die Pille entscheidet (wie 28 Prozent der Frauen, die verhüten, so der Bericht des CDC), dann senkt das den Testosteronspiegel.

"Die Pille verhindert den Eisprung, was wiederum den Testosteronspiegel senkt. Gleichzeitig wird vermehrt ein Protein gebildet, das Testosteron bindet, was bedeutet, dass weniger Testosteron frei im Blutstrom fließt", erklärt Alyssa Dweck, Ärztin und Assistenzprofessorin an der Abteilung für Geburtshilfe, Gynäkologie und Fortpflanzung an der Mount Sinai School of Medicine.

"Aus diesem Grund fühlt man sich während des Geschlechtsverkehrs trockener, was ihn mitunter unangenehmer macht."

Hier kann der Einsatz von Gleitmittel eine einfache Lösung sein. Aber auch der Wechsel zu einer Spirale wäre eine Überlegung wert – der Frauenarzt kann hier weiterführend beraten. Eine Spirale wirkt sich nicht so stark wie die Pille auf den Testosteronspiegel aus.

3. Die Magische Zahl ist niedriger, als ihr wahrscheinlich denkt

Es macht keinen Sinn, sich selbst Druck zu machen und zu denken, das zwei- bis drei Mal die Woche Sex drin sein müssen.

Der Grund: Paare berichten, dass sie am glücklichsten sind, wenn sie einmal in der Woche Sex haben. Das fand eine aktuelle Studie des Magazins "Social Psychological and Personality Science" heraus.

Forscher werteten Daten von mehr als 30.000 Personen aus und stellten fest, dass weniger Sex zwar mit weniger allgemeinem Wohlbefinden in Verbindung gebracht wurde, das Glücks- und Zufriedenheitslevel aber bei einem Mal Sex pro Woche stieg.

Zweimal die Woche Sex zu haben machte Menschen also nicht automatisch doppelt so glücklich. Wenn ihr also das nächste Mal hört, dass der Sex im Alter abnimmt und sich das auch negativ auf die Beziehung auswirkt, dann ruft euch ins Gedächtnis, dass einmal Sex pro Woche vielleicht einfach schon der richtige Schlüssel zum Glück ist.

4. Das Beste am Sex ist jetzt viel leichter erreichbar

Wenn Frauen älter werden, bekommen sie leichter einen Orgasmus, so das Ergebnis der National Study of Sexual Health and Behaviour, einer Umfrage zu Sexualgesundheit und –verhalten.

Der Grund: Weil Frauen in diesem Alter meist besser wissen, wie es geht. "Männer kommen zum Orgasmus, wenn sie ejakulieren – das ist ein eher mechanischer Vorgang. Aber wenn Frauen zum Orgasmus kommen, dann muss auch das Gehirn involviert sein", erklärt Dweck.

"Viele Frauen in ihren 20ern konzentrieren sich darauf, dass die reine Mechanik beim Sex der Schlüssel zum Orgasmus ist. Erst in den 30ern erkennen sie, dass es ein Zusammenspiel aus Berührung und geistiger Arbeit ist, das zum Erfolg führt."

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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