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29/12/2016 05:38 CET | Aktualisiert 29/12/2016 08:23 CET

Özoguz nach Obdachlosenattacke: Wir müssen junge Flüchtlinge speziell fördern

Maurizio Gambarini/dpa
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, dringt auf verstärkte Fördermaßnahmen für junge Flüchtlinge.

  • Sieben Tatverdächtige sitzen wegen einer Feuerattacke auf einen Obdachlosen in Untersuchungshaft

  • Die jungen Männer aus Syrien und Libyen sollen als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sein

  • Aydan Özoguz drängt in diesem Zusammenhang auf verstärkte Fördermaßnahmen für junge Flüchtlinge

Nach der Feuerattacke auf einen Obdachlosen in Berlin dringt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, auf verstärkte Fördermaßnahmen für junge Flüchtlinge.

"Wir müssen uns gemeinsam bemühen, so viel wie möglich Anknüpfungspunkte in die Gesellschaft zu schaffen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Straftaten würden nicht dadurch verhindert, dass "man keinem Flüchtling mehr hilft, bei uns Fuß zu fassen". Özoguz betonte, dass es besonders bei jungen Menschen wichtig sei, "dass sie schnell spezielle Fördermaßnahmen erhalten und mit Bildungsmaßnahmen beschäftigt sind, statt rumzuhängen".

BDK-Chef warnt vor Perspektivlosigkeit

Auch der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, warnt vor Perspektivlosigkeit bei jungen Menschen.

Er sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Jugendliche und heranwachsende Männer werden überproportional häufig zu ihrem Anteil in der Bevölkerung strafrechtlich auffällig – unabhängig von der Herkunft oder der Ethnie."

Das Problem der Perspektivlosigkeit stelle sich gerade bei jungen Flüchtlingen, weil es für sie kaum Möglichkeiten gebe, "legal beschäftigt zu werden, Geld zu verdienen und an unserer Gesellschaft teilzuhaben."

Schulz kritisiert in diesem Zusammenhang auch, dass die Hürden für den Familiennachzug zu hoch seien. "Die jungen Männer langweilen sich und sehen keine Zukunft für sich", so der BDK-Vorsitzende. Mit diesen Voraussetzungen sei ein Abrutschen in die Kriminalität dann wahrscheinlicher.

Tatverdächtige stellten sich nach Veröffentlichung eines Überwachungsvideos

Sieben tatverdächtige junge Männer aus Syrien und aus Libyen sitzen zurzeit in Untersuchungshaft. Ihnen wird gemeinschaftlicher versuchter Mord vorgeworfen.

Sie sollen in einer U-Bahn-Station die Kleidung eines Obdachlosen in Brand gesteckt haben. Nur das beherzte Eingreifen von Passanten, die sofort die Flammen löschten, verhinderte eine Verletzung des 37-Jährigen.

Sechs der sieben Tatverdächtigen haben sich nach der Veröffentlichung eines Überwachungsvideos selbst der Polizei gestellt. Der siebte wurde von Zivilfahndern festgenommen.

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(mf)