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29/12/2016 10:10 CET | Aktualisiert 29/12/2016 10:50 CET

Doch kein Amri-Komplize: Festgenommener Verdächtiger wieder frei

Paul Zinken/dpa
Die Polizei hat den Tunesier, der als Kontaktperson des Terrorverdächtigen verdächtigt wurde, wieder freigelassen.

  • Der Tunesier, der als Kontaktmann von Anis Amri verdächtigt wurde, ist wieder auf freiem Fuß

  • Die Bundesanwaltschaft teilte mit, dass es sich bei dem Mann nicht um die mögliche Kontaktperson Amris handele

  • Beamte des Bundeskriminalamts hatten den Tunesier am frühen Mittwochmorgen festgenommen

  • Außerdem hält die Bundesanwaltschaft das IS-Video von Anis Amri für authentisch

Gegen den festgenommenen Verdächtigen, der ein Komplize des mutmaßlichen Berlin-Attentäters Anis Amri sein sollte, wurde kein Haftbefehl beantragt. Die Polizei hat den Tunesier wieder freigelassen.

Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Donnerstag mitteilte, stand der Mann zunächst in Verdacht über einen Messenger-Dienst mit dem Terrorverdächtigen in Kontakt gestanden zu haben. Weitere Ermittlungen hätten jedoch ergeben, dass es sich bei dem Tunesier nicht um die mögliche Kontaktperson handelt.

Beamte des Bundeskriminalamts hatten den Tunesier am frühen Mittwochmorgen festgenommen. Auf die Spur waren die Ermittler laut "Spiegel" durch die Auswertung von Kommunikationsdaten gekommen.

Generalbundesanwalt: IS-Video von Anis Amri authentisch

Das Video, in dem der mutmaßliche Attentäter von Berlin sich zur Terrormiliz IS bekennt, ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft authentisch. Anis Anmri sei den Ermittlungen zufolge darin zu sehen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Das IS-Sprachrohr Amak hatte vier Tage nach dem Anschlag, am 23. Dezember, ein Video veröffentlicht. Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme schwört Amri dem Anführer der IS-Miliz, Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue.

Er richtet sich dabei an die "Kreuzzügler": "Wir kommen zu Euch, um Euch zu schlachten, Ihr Schweine." Es werde Rache für das Blut von Muslimen geben, das vergossen wurde. Dabei steht Amri offensichtlich auf einer Brücke. Hinter ihm ist ein Gewässer zu sehen. Die Aufnahme könnte in Deutschland aufgenommen sein.

Kaliber von Amris Waffe stimmt mit Projektil überein

Die Bundesanwaltschaft äußerte sich auch zu der Tatwaffe, mit der Amri in Italien auf einen Polizisten geschossen hat. Das Kaliber der Waffe stimmt demnach mit dem Kaliber eines Projektils überein, das in dem Lkw in Berlin gefunden wurde.

Ob das Projektil aus dem Lkw aber tatsächlich aus der selben Waffe stamme, müsse noch genauer ballistisch untersucht werden.

Amri soll über die Niederlande und Frankreich nach Italien gereist sein

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass Amri zunächst über die Niederlande und über Frankreich nach Italien kam. Das sollen die bisherigen Ermittlungen nahelegen.

Wie eine Sprecherin erklärte, soll bei dem Terrorverdächtigen eine SIM-Karte entdeckt worden sein. SIM-Karten wie diese, die bei Amri entdeckt wurde, sollen kurz vor Weihnachten in den Niederlanden kostenlos verteilt worden sein. Deswegen geht die Bundesanwaltschaft davon aus, dass Amri sich auf seinem Fluchtweg auch in den Niederlanden aufgehalten hat.

Die Ermittlungen zu dem genauen Fluchtweg und zu möglichen Videoaufnahmen, die laut Medienberichten Amri auf seiner Flucht zeigen sollen, laufen allerdings noch.

Todeszeitpunkt des polnischen Lkw-Fahrers noch offen

Der Todeszeitpunkt des polnischen Fahrers, mit dessen Lkw der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verübt wurde, konnte laut Bundesanwaltschaft noch nicht genau festgestellt werden.

Nach dem vorläufigen Obduktionsbericht bestehe eine zeitliche Nähe zum Anschlag, erklärte eine Sprecherin. Messerstiche seien bei dem Mann nicht festgestellt worden.

Die genaue Klärung des Todeszeitpunkts erfolge mit dem abschließenden Obduktionsbericht Mitte Januar.

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