POLITIK
29/12/2016 01:26 CET | Aktualisiert 29/12/2016 01:54 CET

"Große Enttäuschung": US-Außenminister löst diplomatischen Eklat mit Israel aus

Der US-Außenminister John Kerry löste einen diplomatischen Eklat mit Israel aus
PAUL J. RICHARDS via Getty Images
Der US-Außenminister John Kerry löste einen diplomatischen Eklat mit Israel aus

Die diplomatischen Spannungen zwischen Israel und den USA erreichen einen neuen Höhepunkt. Nur Tage, nachdem sich der US-Präsident Barack Obama weigerte, sein Veto gegen eine UN-Resolution einzulegen, die den Siedlungsbau in den umstrittenen Gebieten verurteilt, sorgt nun sein Außenminister John Kerry für einen neuen Eklat.

In einer einstündigen Grundsatzrede hielt Kerry einen flammenden Appell an Israelis und Palästinenser, die Zweistaatenlösung nicht aufzugeben. Diese sei die einzige Möglichkeit, dauerhaft Frieden zu schaffen, sagte er in Washington.

Mehr zum Thema: Aus Wut über UN-Resolution: Israel arbeitet "Aktionsplan" gegen Vereinte Nationen aus

Kerry warf Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor, mit seiner Siedlungspolitik alle Hoffnungen auf eine Zwei-Staaten-Lösung und damit auf ein friedliches Ende des Konfliktes mit den Palästinensern zu zerstören.

Kerry warnte Netanjahu vor den "extremsten Elementen" seiner Regierung

Obamas Tolerieren der UN-Resolution sei der Versuch, Israel vor den "extremsten Elementen" in seiner eigener Regierung zu retten. Derart deutliche Worte hatte ein Mitglied der US-Regierung gegenüber dem Verbündeten im Nahen Osten noch nie geäußert.

Der kritisierte Ministerpräsident Netanjahu bezeichnete die Ansprache als "große Enttäuschung".

Netanjahu: "Wir lassen uns von niemandem belehren"

Er richtete erneut konfrontative Töne an den treusten Verbündeten: "Wir lassen uns von niemandem belehren", sagt er. Kernproblem des Konflikts sei weiter die Weigerung der Palästinenser, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen: "Wie kann man Frieden schließen mit jemandem, der uns unser Existenzrecht abspricht?"

Netanjahu behauptete, Israel habe eindeutige Beweise dafür, dass die Regierung des scheidenden US-Präsidenten Obama die Resolution des UN-Sicherheitsrates gegen Israels Siedlungspolitik eingefädelt habe. Man wolle diese der neuen Regierung Trumps vorlegen.

Unterstützung bekam Netanjahu vom künftigen US-Präsidenten Donald Trump - natürlich per Twitter. Trump warf dem Amtsinhaber Barack Obama und dessen Regierung eine Haltung "totaler Verachtung und Respektlosigkeit" gegenüber Israel vor.

Netanjahu bedankte sich prompt bei Trump - ebenfalls per Twitter.

Mit Material der dpa

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(mf)