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29/12/2016 09:15 CET | Aktualisiert 29/12/2016 09:19 CET

Österreichs Außenminister droht Herkunftsländern: Flüchtlinge zurücknehmen oder weniger Entwicklungshilfe

Heinz-Peter Bader / Reuters
Österreichs Außenminister Sebastian Kurz

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) will Ländern die Entwicklungshilfe kürzen, wenn sie abgelehnte Asylbewerber nicht zurücknehmen. "Viele der Länder haben kein Interesse, dass wir ihre Staatsbürger zurückschicken", sagte Kurz dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Geldüberweisungen der Flüchtlinge aus Europa in die Heimat seien dort ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Ein Verweigern der Kooperation müsse die EU ihrerseits mit einer Drosselung der Entwicklungshilfe beantworten, meinte der Minister. Schon die Androhung würde zu einem massiven Umdenken führen.

"Es führt kein Weg an besserer Sicherung der europäischen Außengrenzen vorbei"

Grundsätzlich führe kein Weg an einer besseren Sicherung der europäischen Außengrenzen vorbei, sagte Kurz. "Wenn wir nicht kontrollieren können, wer überhaupt in die EU einwandert und wer hier lebt, dann ist das ein Sicherheitsrisiko."

Es wäre allerdings falsch, Flüchtlinge mit Terror gleichzusetzen. Auf der anderen Seite sei es ein Fehler zu glauben, aus Flüchtlingen könnten niemals Straftäter oder Terroristen werden.

"Ich habe schon vor anderthalb Jahren gewarnt, dass die Flüchtlingsrouten auch von Terroristen genutzt werden können. Das hat sich leider als richtig herausgestellt", sagte Kurz.