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28/12/2016 16:04 CET | Aktualisiert 29/12/2016 03:10 CET

Obdachloser in Berlin angezündet: Den Tätern droht lebenslange Haft

Den Tätern, die einen Obdachlosen in Berlin angezündet haben, droht lebenslange Haft
Paul Bradbury via Getty Images
Den Tätern, die einen Obdachlosen in Berlin angezündet haben, droht lebenslange Haft

Die sieben Jugendlichen, die im Verdacht stehen an Heiligabend einen Obdachlosen in Berlin angezündet zu haben, haben sich erstmals zur Tat geäußert.

Die Angaben seien jedoch unterschiedlich gewesen, berichtet die Staatsanwaltschaft. Die jungen Männer hätten allesamt gestanden, zur Tatzeit im U-Bahnhof Schönleinstraße gewesen zu sein. Das sei jedoch auch kaum abzustreiten gewesen, sagten die Ermittler. Denn die Verdächtigen wurden von Überwachungskameras gefilmt.

Die Verdächtigen

Bei den Verdächtigen handelt es sich um sechs Syrer und ein Mann aus Libyen im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Sie kamen in den vergangenen Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland.

Als Hauptverdächtiger gilt ein 21-Jähriger. Einige aus der Gruppe seien der Polizei bereits bekannt. Schwerwiegende Delikte sollen sie aber nicht begangen haben.

Die Tat

Die Tat hatte in ganz Deutschland für Empörung gesorgt. Die Verdächtigen sollen versucht haben, einen schlafenden Obdachlosen im Berliner U-Bahnhof Schönleinstraße anzuzünden. Der Mann hatte sich unter Zeitungen schlafen gelegt. Nur durch das beherzte Eingreifen von Passanten, die sofort die Flammen löschten, wurde der Obdachlose nicht verletzt.

Das erwartet die mutmaßlichen Täter

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft wiegt schwer: gemeinschaftlicher versuchter Mord. Bei einer Verurteilung drohen den Männern in jedem Fall Gefängnisstrafen. Bei versuchtem Mord sieht das deutsche Strafrecht als Höchstmaß eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Als Mindestmaß erwartet die Täter drei Jahre.

Mehr zum Thema: "Übergriffe auf Obdachlose gehören zum Alltag"

Da die Verdächtigen teilweise noch sehr jung sind, wird sicherlich Jugendstrafrecht zum Einsatz kommen. Das kann in Deutschland bis 21 Jahre angewendet werden. Auch ist noch längst nicht gesichert, ob sich eine Mord-Anklage überhaupt halten lässt.

Die schnelle Fahndung

Dass die möglichen Täter so schnell vor einem Ermittlungsrichter standen, hat auch mit der öffentlichen Fahndung zu tun. Nach der Tat veröffentlichte die Polizei am Montagnachmittag scharfe Fotos und ein Video aus der Tatnacht. Darauf war die Gruppe junger Leute in einer U-Bahn gut zu erkennen.

Die jungen Männer waren nach dem Angriff auf den Obdachlosen gegen zwei Uhr nachts auch mit einer U-Bahn geflüchtet. Die Ermittler kennen mehr Videos. Daraus soll unter anderem hervorgehen, dass der 21-Jährige der Haupttäter ist.

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Bereits am Montagabend stellten sich sechs der Verdächtigen der Polizei. Der siebte wurde Dienstagfrüh festgenommen.

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