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28/12/2016 05:13 CET | Aktualisiert 28/12/2016 05:16 CET

Polizei weist an deutschen Grenzen doppelt so viele Migranten ab wie letztes Jahr

Ein Polizistin an der Kontrollstelle Schwarzbach an der Autobahn Salzburg-München
dpa
Ein Polizistin an der Kontrollstelle Schwarzbach an der Autobahn Salzburg-München

  • Die Polizei hat an den deutschen Außengrenzen in diesem Jahr 20.000 Flüchtlinge abgewiesen

  • Damit wurde doppelt so vielen Menschen wie vergangenes Jahr die Einreise verweigert

  • Die größte Gruppe der Abgewiesenen sind afghanische Staatsbürger

Die Polizei hat nach einem Medienbericht an den deutschen Außengrenzen in diesem Jahr etwa 20.000 Flüchtlingen die Einreise verweigert. Damit habe sich die Zahl der Zurückweisungen im Vergleich zum Vorjahr weit mehr als verdoppelt, schreibt die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf Zahlen der Bundespolizei.

Von Januar bis Ende November durften demnach 19.720 Menschen nicht nach Deutschland einreisen. Die Dezember-Zahlen stehen noch aus. 2015 wurde noch 8913 Migranten die Einreise verweigert.

Die größte Gruppe der Abgewiesenen sind nach dem Bericht afghanische Staatsbürger (3695). Es folgen 2142 Syrer, 1794 Iraker und 1237 Nigerianer.

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Zurückweisungen in den vergangenen Monaten rückläufig

In der Tendenz sind die Zurückweisungen dem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge von Monat zu Monat stark rückläufig. Wurden im Januar noch 5167 Migranten abgewiesen, sank die Zahl im November auf den Jahrestiefststand von 994.

Das hänge auch damit zusammen, dass die Bundespolizei seit Jahresmitte Kontrollen nur noch an der Grenze zu Österreich durchführt statt wie zuvor beispielsweise auch an Seehäfen und Flughäfen. Von Januar bis November seien hier 15.019 Menschen und damit 76 Prozent aller Flüchtlinge abgewiesen worden. Außerdem kommen inzwischen deutlich weniger Flüchtlinge an den Grenzen an.

De Maizière will Grenzkontrollen zu Österreich auf unabsehbare Zeit verlängern

Im September vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise die Grenzkontrollen wieder eingeführt. Erst im November diesen Jahres hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Kontrollen an der Grenze zu Österreich um bis zu drei Monate verlängert.

Mehr zum Thema: Die absurden Grenzkontrollen dienen nur als Beruhigungsmittel für besorgte Bürger

Der "Bild am Sonntag" sagte er vergangene Woche, er wolle die Grenzkontrollen zu Österreich auf unabsehbare Zeit verlängern. "Im Moment kann ich kein Ende absehen", sagte der CDU-Politiker.

Er vertritt die Ansicht, dass die Kontrollen erst dann wieder gelockert werden könnten, wenn die EU-Außengrenzen umfassend gesichert seien oder die EU-Länder genügend Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung stellten.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung betonte De Maizière, bei den Grenzkontrollen würden auch die Interessen Österreichs berücksichtigt. Man passe die Kontrollen der Lage an und nehme Rücksicht auf Wirtschaft, Urlauber und den kleinen Grenzverkehr.

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