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27/12/2016 04:51 CET | Aktualisiert 27/12/2016 06:56 CET

Vogelgrippe: 55.000 Tiere wurden um Weihnachten in Niedersachsen getötet

Die Geflügelpest in Niedersachsen
dpa
Die Geflügelpest in Niedersachsen

  • Rund 55.000 Tiere mussten wegen der Vogelgrippe in Niedersachsen an den Weihnachtstagen getötet werden

  • Die betroffenen Regionen reagieren mit Schutzmaßnahmen

  • Der H5N8-Virus gilt für Menschen als ungefährlich

Die Vogelgrippe breitet sich in Niedersachsen weiter aus: Rund um Weihnachten mussten fast 55.000 Tiere in Mastbetrieben deshalb getötet.

Denn das Friedrich-Loeffler-Institut stellte zum mittlerweile vierten Mal den hochansteckenden Vogelgrippe-Erreger H5N8 in einem Mastbetrieb des Landes fest. Das teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Montag in Hannover mit. Die rund 21.000 Tiere in dem Betrieb sowie in einem Kontaktbetrieb wurden getötet.

Zuvor war ein Ausbruch der Vogelgrippe in Dötlingen im Landkreis Oldenburg bekanntgeworden. Niedersachsen gilt als Herz der deutschen Geflügelmast. Für Menschen gilt das derzeit kursierende H5N8-Virus als ungefährlich.

Weitere Informationen zur Geflügelpest gibt das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschütz hier

Landkreis Northeim: Sperrbezirk eingerichtet

Einen weiteren Fall von Vogelgrippe gab es nach Ministeriumsangaben in einem Kleinstbetrieb im Landkreis Northeim mit 18 Hühnern und sechs Enten. Auch hier habe das Institut den Virustyp H5N8 bestätigt, teilte das Ministerium mit. Der Landkreis bereite die Einrichtung eines Drei-Kilometer-Sperrbezirks und eines Beobachtungsgebietes vor.

Die Tötung der Tiere des Putenbetriebs in Dötlingen sowie in zwei Kontaktbetrieben im Landkreis Vechta wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag abgeschlossen. In Dötlingen habe es sich um rund 10.000 Tiere gehandelt, in den beiden weiteren Betrieben um jeweils etwa 12.000 Puten.

Weiterhin Stallpflicht für Geflügel in Niedersachsen

Die Tiere sollten mit Gas getötet und anschließend in einem Spezialbetrieb verbrannt werden, um eine weitere Verbreitung des Erregers zu verhindern. Wie die Krankheit in dem Betrieb ausbrechen konnte, war zunächst unklar. Im Landkreis Oldenburg gilt wie in weiten Teilen Niedersachsens seit vielen Wochen eine Stallpflicht für Geflügel.

Im Kreis Vechta sei zwar kein erkrankter Vogel gefunden worden, aber an allen drei Orten seien die gleichen Futtermeister in die Ställe gegangen, teilte das Ministerium mit. Kein weiterer Verdachtsfall habe sich bei Untersuchungen in zwei Betrieben innerhalb eines Gebiets von einem Kilometer rund um den Ausbruchsort in Dötlingen ergeben, sagte ein Sprecher des Veterinäramts Oldenburg.

Mehr zum Thema: Angst vor Vogelgrippe: In Sachsen könnten freilaufende Katzen eingeschläfert werden

Kreis Cloppenburg: Es gilt ein "Stand-Still"

Für die im Kreis Cloppenburg betroffenen Gemeinden Garrel und Bösel gilt laut Ministeriumsangaben seit Montag ein "Stand-Still": Für 72 Stunden dürfen demnach kein Geflügel oder Geflügelprodukte in die Betriebe hinein- oder hinausgebracht werden.

Im Radius von einem Kilometer um den Ausbruchsbetrieb sollte ein Sperrbezirk eingerichtet werden - dort werden laut Ministerium rund eine Million Stück Geflügel gehalten. Ende November war bereits ein Putenmastbetrieb im Kreis Cloppenburg betroffen. Auf dem Betrieb in Barßel wurden damals 16.000 Tiere getötet, auf zwei Nachbarhöfen 92.000 Hühner.

Unklar: Wie kam der Virus in die geschlossenen Putenställe?

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer rief die Geflügelhalter auf, die Sicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten. "Wie das Virus in die geschlossenen Putenställe kam, bleibt weiterhin unklar", warnte der Grünen-Politiker. Alle möglichen Übertragungswege müssten überprüft werden.

Auch bei einer Reihe von Wildvögeln in Niedersachsen wurde die Krankheit nachgewiesen, zuletzt bei einer toten Silbermöwe, die nach Angaben der Stadt Hannover am Maschsee in Hannover gefunden worden war.