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27/12/2016 07:43 CET | Aktualisiert 27/12/2016 08:04 CET

Angeschossener italienischer Polizist möchte nicht als Held gesehen werden

Christian Movio im Krankenhaus.
Handout . / Reuters
Christian Movio im Krankenhaus.

  • Auf seiner Flucht nach dem Anschlag in Berlin kam der mutmaßliche Attentäter Anis Amri bis nach Italien

  • Dort wurde er zufällig von Polizisten aufgegriffen, bei der anschließenden Schießerei wurde Amri getötet, ein Polizist verletzt

  • Doch Christian Movio sieht sich nicht als Held

Den Terrorverdächtigen Anis Amri in Italien gestoppt zu haben, ist aus Sicht des italienischen Polizisten Christian Movio keine Heldentat gewesen.

So hatte beispielsweise der CSU-Bundestagsabgeordnete und Innenpolitiker Hans-Peter Uhl in der "Bild" gefordert: "Die beiden italienischen Polizisten haben für ihr entschiedenes Handeln eine Auszeichnung verdient."

"Wir sind so eine Resonanz nicht gewöhnt"

Aus Sicht des Betroffenen zu viel der Ehre: Er habe Freitagnacht in Sesto San Giovanni nördlich von Mailand lediglich seine Arbeit getan, sagte Movio der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Movio wurde von dem Tunesier angeschossen, als er Freitagmorgen dessen Ausweispapiere gemeinsam mit seinem Kollegen Luca Scatà kontrollieren wollte. Scatà feuerte zurück und erschoss den 24-jährigen Amri.

Movio musste operiert werden, konnte aber bereits an Heiligabend das Krankenhaus verlassen und zu seiner Familie zurückkehren. "Wir sind so eine Resonanz nicht gewöhnt", sagte Movio der Zeitung. An Weihnachten habe er versucht, so wenig wie möglich an die Ereignisse am Freitag zu denken.

Amri wurde zufällig entdeckt

Der europaweit gesuchte Terrorverdächtige war den beiden Polizisten zufällig ins Netz gegangen. Sie waren nahe des Bahnhofs in Sesto San Giovanni auf ihn aufmerksam geworden und kontrollierten ihn.

Nach bisherigen Ermittlungen hatte sich Amri über Lyon nach Italien absetzen können. Er soll einen entführten Lastwagen in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert haben. Elf Menschen wurden getötet, der polnische Lastwagenfahrer wurde tot auf dem Beifahrersitz entdeckt.

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(lm)