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27/12/2016 15:03 CET | Aktualisiert 28/12/2016 03:44 CET

Statistisches Bundesamt: Jeder dritte Deutsche kann trotz Job nicht mal 1000 Euro zurücklegen

Jeder dritte Deutsche kann sich trotz Job nicht viel leisten
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Jeder dritte Deutsche kann sich trotz Job nicht viel leisten

Arm trotz Job? Laut der aktuellen Statistik zur “materiellen Entbehrung” des Statistischen Bundesamtes trifft das auf sehr viele Deutsche zu. Die “Ruhr Nachrichten” veröffentlichen diese am Dienstag.

Ganze 10,6 Millionen Menschen in Deutschland können sich trotz festem Arbeitsplatz offenbar fast nichts zurücklegen. Das heißt, fast jeder Dritte Erwerbstätige kann es sich nicht leisten, unerwartet bis zu 1.000 Euro auszugeben.

5,7 Millionen der Berufstätigen können demnach nicht wenigstens ein Mal im Jahr eine Woche Urlaub außerhalb der eigenen Wohnung machen. Die Daten aus dem jetzt veröffentlichten Bericht sind von 2015 und beziehen sich auf Deutsche ab 16 Jahren.

Millionen Arbeitnehmer können sich keine regelmäßigen vollwertigen Mahlzeiten leisten

Außerdem können es sich laut dem Bericht 1,8 Millionen Arbeitnehmer nicht leisten, Miete oder Stromrechnungen rechtzeitig zu zahlen. 1,3 Millionen können ihre Wohnungen nicht anständig heizen und ganze 1,7 Millionen haben trotz Job nicht genug Geld, um zumindest jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Die Fraktion der Linken im Bundestag hatte die Daten ausgewertet und übte scharfe Kritik am aktuellen Zustand in der Bundesrepublik. “An Millionen Deutschen geht das vermeintliche Arbeitsplatzwunder in Deutschland komplett vorbei”, sagte Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann den “Ruhr Nachrichten”.

Niedriglöhne und Teilzeitarbeit sollen schuld sein

Trotz Arbeit seien sehr viele Menschen arm und hätten massive Probleme, den täglichen Bedarf zu bestreiten. Verantwortlich macht Zimmermann den Niedriglohnsektor und die zunehmende Teilzeitarbeit.

Mehr zum Thema: Vielen Deutschen geht es finanziell schlecht - die Bundesregierung muss endlich handeln

Und die Lage könnte 2017 noch schlimmer werden. Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert Düsteres. “Das deutsche Wirtschaftswachstum könnte sich im kommenden Jahr fast halbieren”, schreibt Fratzschner in einem Gastbeitrag im “Tagesspiegel”.

Exporte, Investitionen und privater Konsum würden schwächer, Löhne und Einkommen weniger stark wachsen. Der Top-Ökonom erwartet außerdem mehr Arbeitslose im kommenden Jahr.

Auch andere Institute warnen

Fratzschner ist mit seinen dunklen Vorhersagen nicht allein in Deutschland. Auch das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) erwartet ebenfalls ein Schwächeln der Exportwirtschaft und geht von einem Wirtschaftswachstum von nur 1,3 Prozent aus.

Das ifo-Institut ist da vergleichsweise optimistisch. Die Münchner prognostizieren ein Wachsen des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent - werden dabei aber nicht müde zu erwähnen, dass alle Vorhersagen mit ungewöhnlich hohen Unsicherheiten verbunden sind.

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(bp)