POLITIK
28/12/2016 00:38 CET | Aktualisiert 28/12/2016 07:35 CET

"Institutionelle Verschwörung": Russische Anti-Doping-Agentur gesteht Vertuschung - und rudert zurück

Der russische Viererbob gewann Gold in Sotschi
sampics via Getty Images
Der russische Viererbob gewann Gold in Sotschi

  • Die Chefin der russischen Anti-Doping-Agentur gibt zu, dass Dopingfälle in Russland systematisch vertuscht wurden

  • Allerdings sagt sie, die Regierung sei nicht daran beteiligt gewesen

Die russische Anti-Doping-Agentur Rusada hat einem Medienbericht zufolge erstmals die Vertuschung systematischen Dopings in dem Land zugegeben.

"Es war eine institutionelle Verschwörung", sagte Rusada-Chefin Anna Anzeliowitsch der "New York Times".

Sie sei schockiert gewesen von den Enthüllungen, die russische Regierung sei jedoch nicht involviert gewesen. Weitere wörtliche Zitate von Anzeliowitsch waren dem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht nicht zu entnehmen.

Rusada dementierte jedoch am Mittwochmittag das angebliches Eingeständnis ihrer Leiterin. Die Aussagen von Anzeliowitsch in der "New York Times" seien verfälscht und aus dem Zusammenhang gerissen worden, teilte Rusada laut der Agentur Tass mit.

Der Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard McLaren, hatte Russland in zwei Berichten Staatsdoping vorgeworfen und ebenso von einer "institutionellen Verschwörung" über mehrere Jahre und sportliche Großereignisse hinweg gesprochen. Der erste Bericht wurde im Juli, der zweite erst vor Kurzem veröffentlicht.

Es seien Beweise für die Vertuschung von Doping-Fällen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gefunden worden. Russland hatte die Vorwürfe bislang stets zurückgewiesen - zuletzt am Freitag.

Der russische Präsident Wladimir Putin wiegelte bei seiner Pressekonferenz am Ende des Jahres alles ab: "In Russland hat es nie ein staatliches Dopingsystem oder Doping-Unterstützung gegeben, das ist einfach unmöglich."

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(mf)