POLITIK
27/12/2016 02:09 CET | Aktualisiert 27/12/2016 02:47 CET

"Mehrheit ist desillusioniert": Deutsche verlieren Glauben an Integration

Über eine Million Flüchtlinge kamen in den letzten beiden Jahren nach Deutschland. Sie alle zu integrieren, ist eine gesellschaftliche Mammutaufgabe. Dass diese Aufgabe gelöst werden kann, glauben indes immer weniger Deutsche.

Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschunginstituts Ipsos im Auftrag des Hamburger Zukunftsforschers Horst W. Opaschowski. Der Studie zufolge glaubt nur jeder siebte Bundesbürger, dass die Integration der Flüchtlinge gelingen könne. Vor einem Jahr war es noch jeder Fünfte. 40 Prozent der Befragten erwarten außerdem eine steigende Zahl fremdenfeindlicher Verbrechen im nächsten Jahr.

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Zukunftsforscher Opaschowski fasste die Ergebnisse mit den Worten zusammen: "Die überwiegende Mehrheit gibt sich desillusioniert – quer durch alle sozialen Schichten."

Eine weitere repräsentative Studie im Auftrag der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen kommt zu einem ganz ähnlichen Ergebnis. Demnach sind nur 16 Prozent der Ansicht, dass die Integration von Ausländern 2017 einfacher wird.

Insgesamt jedoch gehen die Deutschen nicht ganz so pessimistisch ins neue Jahr wie noch Ende 2015: Sahen damals noch 50 Prozent der Bundesbürger dem Jahreswechsel mit Skepsis entgegen, sind es heute nur noch 36 Prozent. Opaschowski glaubt daher auch: "Die Krisenstimmung normalisiert sich langsam wieder."

Mit Material der dpa

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(mf)