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27/12/2016 12:26 CET | Aktualisiert 28/12/2017 06:12 CET

Diese Fragen sind nach George Michaels Tod noch offen

Evil Images/Landmark Media/ImageCollect
George Michael bei einer Pressekonferenz im Jahr 2011

George Michael, der große Soulsänger ("Careless Whisper") und ewige Schlagzeilenfabrikant, war alles andere als eine häusliche, gesetzte Persönlichkeit: Drogenprobleme, Eskapaden, Krankheiten - der Star hat sein Leben ohne Rücksicht auf Verluste gelebt. Und dennoch war Michaels Tod mit gerade mal 53 Jahren eine unerwartete Hiobsbotschaft. Nicht nur für seine Fans. Sondern auch für die Menschen in seinem Umfeld: "Wir hatten uns auf Weihnachten gefreut", sagte Michaels Lebenspartner Fadi Fawaz dem "Daily Telegraph".

Der unerwartete Tod bedeutet in Michaels Fall nicht nur einen Schock. Sondern auch reichlich offene Fragen: Wer wird das millionenschwere Erbe des Stars bekommen? Was passiert mit den Projekten, an denen Michael zuletzt noch gearbeitet hatte? Wie konnte es so plötzlich zum - angeblich so friedlichen - Tod des Sängers kommen? Definitive Antworten werden auf sich warten lassen. Aber einige Hinweise und Indizien gibt es schon jetzt:

Das Video zu George Michaels Hit "I Want Your Sex" können Sie bei Clipfish noch einmal sehen

Was passiert mit George Michaels Erbe?

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Eigentlich scheint es überraschend: Trotz aller Eskapaden und bestätigter Drogenprobleme ist George Michael wohl nie in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ein Grund mag der dauerhafte Erfolg seiner Songs gewesen sein. Alleine der Wham!-Weihnachtsdauerbrenner "Last Christmas" - den Michael allein schrieb - soll jährlich acht Millionen Euro in die Kasse des Briten gespült haben. In der britischen Yellow Press wird Michaels Vermögen je nach Quelle auf 100 bis 105 Millionen Pfund geschätzt, teilweise in Form von Nobel-Immobilien und teurer Kunst. Das entspricht rund 120 Millionen Euro.

Wer dieses Geld bekommen wird, ist unklar. Denn eigene Kinder hat George Michael nicht. An unmittelbaren Verwandten gibt es lediglich Vater Kyriacos und die älteren Geschwister Melanie und Yioda. Die Boulevardblätter "Daily Mail" und "Mirror" spekulieren, dass diese beiden ebenso einen Teil des Vermögens erhalten könnten wie Michaels Lebensgefährte Fawaz. Darüber hinaus gibt es den Berichten zufolge aber noch andere potenzielle Empfänger - etwa verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen wie die Kinder- und Jugendtelefonseelsorge "Childline", für die Michael schon zu Lebzeiten spendete.

Und dann war Michael auch Taufpate für die Kinder berühmter Weggefährten - Harley Moon und Roman Kemp, die Sprösslinge von Spandau-Ballett-Bassist Martin Kemp ("Gold") und Michaels früherer Wham!-Kollegin Shirlie Holliman. Für die beiden Kinder war Michael offenbar tatsächlich eine Bezugsperson: Mit den Worten "der Mann, der mich und Harley um die ganze Welt begleitet hat, nur um uns lächeln zu sehen. Der Mann, den wir alle lieben", verabschiedete sich Roman auf Twitter.

Pate war Michael auch für die zwei Nachkommen seines Cousins Andros. Und auch zu Bluebell, der Tochter seiner Freundin Geri Halliwell und dem Patenkind seines Ex-Partners Kenny Goss wird dem Sänger ein gutes Verhältnis nachgesagt. Sie alle könnten Millionenbeträge aus Michaels Testament erhalten - so denn ein Testament existiert. Denn auch das scheint eine offene Frage. Ist das nicht der Fall, würde das Vermögen nach englischem Erbrecht wohl an George Michaels Vater fallen.

Wie konnte George Michael so plötzlich sterben?

Friedlich entschlafen ist George Michael den bisherigen Berichten zufolge - und genau dieser Umstand gibt Rätsel auf. "Ich bin rübergegangen um ihn aufzuwecken und er war einfach von uns gegangen, lag friedlich in seinem Bett", erzählte Fadi Fawaz dem "Telegraph". Michaels langjähriger Manager Michael Lippman sagte "billboard.com", der Star sei an Herzversagen verstorben. Plötzliches Herzversagen allerdings ist in vielen Fällen nur eine letzte Folge anderer gesundheitlicher Probleme.

Auch Michael Jackson etwa starb im Alter von 51 Jahren an Herzversagen - letztlich wohl eine Folge einer Überdosis Medikamente, wie mittlerweile bekannt ist. Jacksons Fall lag anders: Während damals auch von offizieller Seite nach einiger Zeit von einem "Tötungsdelikt" die Rede war, ist über George Michaels Tod bislang nichts dergleichen zu hören. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Drogen George Michael schwächten. Bis zuletzt war immer wieder von einer Drogensucht des Stars zu lesen.

Ein anonymer Informant berichtete dem "Telegraph" am Dienstag: "Er hat Heroin genommen. Ich denke, es ist schon erstaunlich, dass er überhaupt so lange gelebt hat." Solche Meldungen sind derzeit allerdings nicht mehr und nicht weniger als unbestätigte Gerüchte. Belastbare Erkenntnisse wird erst die Obduktion George Michaels Leichnam ergeben. Wann deren Ergebnisse verkündet werden, ist noch nicht klar.

Wie geht es mit George Michaels Projekten weiter?

Überliefert sind drei nicht mehr zu Ende geführte Pläne George Michaels. Einer davon ist mit dem plötzlichen Tod des Stars hinfällig: Eine Wham!-Reunion. Der US-DJ Richard Blade verriet in einem Interview mit dem Sender Radio Five Live, ein "One-Off-Gig" sei auf der Agenda gestanden: "Es ist so ein Jammer, dass wir alle der Chance beraubt wurden, eine wirklich, wirklich unterhaltsame Pop-Band noch einmal zusammen zu erleben."

Besser stehen die Chancen, bald eine filmische Rückschau über Michaels Leben sehen zu können. Noch Anfang November war auf der Facebook-Seite des Stars zu lesen, Michael lege "letzte Hand" an eine geplante Doku mit dem Titel "Freedom". "Er hat einige unglaubliche, bislang unveröffentlichte Archivaufnahmen gefunden und nimmt weitere Interviews auf, so dass der Film jetzt im März 2017 ausgestrahlt wird", hieß es damals. Ob dieser Zeitplan nun eingehalten wird, ist fraglich. Sehr wahrscheinlich ist aber, dass sich die Macher nicht die Chance nehmen lassen werden, dieses letzte Vermächtnis George Michaels zu veröffentlichen.

Darüber hinaus hatte George Michael offenbar noch neue Musik geschrieben. Der Produzent Naughty Boy erzählte der BBC erst vor einigen Tagen, er werde mit Michael an einem neuen Album arbeiten, erscheinen solle es schon 2017. Neue Tracks gehört hatte Naughty Boy aber noch nicht: "Ich weiß nicht, was mich erwartet. Und um ehrlich zu sein, er ist mysteriöser als alle anderen, ich bin wirklich gespannt", sagte er. Vorfreude auf ein komplettes posthumes Album zu schüren wäre also verfrüht. Denkbar scheint aber auch hier, dass Michaels Geschäftspartner alles daran setzen werden, möglicherweise schon aufgenommene Demos auszuschlachten - so, wie auf dem Michael-Jackson-Album "Xscape".