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27/12/2016 04:22 CET | Aktualisiert 27/12/2016 04:37 CET

Bundesgesundheitsminister will Pflegekräftemangel mit dem Einsatz von Flüchtlingen bekämpfen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
dpa
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

  • Seit Jahren fehlen in Deutschland zehntausende Pflegelkräfte

  • Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will deshalb vermehrt Flüchtlinge einsetzen, um den extremen Mangel zu beheben

Die Menschen werden immer älter, der Anteil der Pflegebedürftigen in Deutschland wächst deshalb rasant. Laut dem Bundesgesundheitsministerium ist deren Zahl zwischen 1999 und 2013 von zwei auf 2,7 Millionen gestiegen. Bis zum Jahr 2060 gehen Experten sogar von 4,7 Millionen Pflegebedürftigen aus.

"Bei den für den einzelnen Patienten zur Verfügung stehenden Pflegekapazitäten fällt Deutschland im internationalen Vergleich zunehmend zurück", warnte Anfang Dezember Tim Pohlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Das Gesundheitsministerium selbst geht von bis zu 200.000 fehlenden Pflegekräften im Jahr 2025 aus.

"Ergeben sich Chancen für anerkannte Flüchtlinge"

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will diesen massiven Mangel an Fachkräften mit dem Einsatz von Flüchtlingen bekämpfen.

"Hier ergeben sich Chancen für anerkannte Flüchtlinge. Wichtig ist, dass sie die Sprache ausreichend beherrschen und keine Abstriche bei der Qualifikation gemacht werden", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" (RP). Schon jetzt betrage der Anteil von Migranten in den Pflegeberufen rund 20 Prozent.

Möglichkeit zur beruflichen Integration

Gröhe verwies darauf, dass Flüchtlingen auch der Bundesfreiwilligendienst offensteht. Hier würden sich bereits jetzt anerkannte Asylbewerber einbringen. Zudem gebe es berufsspezifische Sprachkurse. "Warum sollen Flüchtlinge nicht auch qualifizierte Pflegeberufe erlernen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen? Das kann eine gute Möglichkeit sein, sich beruflich zu integrieren", betonte der Minister.

An verschiedenen Krankenhäusern wie der Charité in Berlin oder der Universitätsklinik in Essen werden laut "RP" inzwischen bereits berufsvorbereitende Kurse für Flüchtlinge angeboten.

(Mit Material der dpa)

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