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26/12/2016 12:22 CET | Aktualisiert 26/12/2016 12:25 CET

Flugzeugabsturz in Russland: Behörden dämpfen Spekulationen über möglichen Terroranschlag

Kerzen der Bewohner von Sotschi zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzs
dpa
Kerzen der Bewohner von Sotschi zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzs

  • Taucher haben einen Teil des Rumpfes der im Schwarzen Meer abgestürzten Maschine entdeckt

  • Das Flugzeug war am Sonntagmorgen verunglückt, 92 Menschen starben

  • Die Behörden treten Spekulationen über einen möglichen Terroranschlag entgegen

Russland trauert um die 92 Opfer des Flugzeugabsturzes über dem Schwarzen Meer. Die Passagiermaschine vom Typ Tupolew Tu-154 war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start in Sotschi verünglückt. Präsident Wladimir Putin hat am Montag Staatstrauer angeordnet.

Am Montag haben Taucher ein großes Rumpfteil gefunden. Es liege etwa 1,6 Kilometer von der Küste vor dem Ort Adler bei Sotschi entfernt in 27 Meter Tiefe, meldeten russische Agenturen unter Berufung auf den Stab der Sucharbeiten. "Es werden Vorbereitungen zur Bergung getroffen", sagte ein Sprecher der Deutschen Presseagentur.

Behörden dämpfen Spekulationen

Unterdessen geht auch die Suche nach der Absturzursache weiter. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB bemühte sich, wachsende Spekulationen über einen Terroranschlag zu dämpfen. Mögliche Ursachen seien Vogelschlag, schlechtes Kerosin, technisches Versagen oder ein Pilotenfehler, teilte die Behörde mit.

Der russische Verkehrsminister Maxim Sokolow sagte laut der Nachrichtenagentur AP, ein Pilotenfehler oder ein technischer Defekt seien wahrscheinlich für den Absturz verantwortlich.

Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Version eines Anschlags werde nicht vertieft. Sie stehe "bei weitem nicht an erster Stelle".

Verkehrsminister hält Terroranschlag für unwahrscheinlich

Das Militär und zivile Rettungsleute suchten auch die Nacht über nach Trümmerteilen und Vermissten. Am Sonntag waren zwölf Tote aus dem Wasser geborgen worden.

Die ersten geborgenen Todesopfer wurden zur Identifizierung nach Moskau geflogen, wie Vizeverteidigungsminister Pawel Popow in Sotschi sagte.

Maschine hatte kein Notsignal abgesetzt

Am Sonntag hatte Sokolow erklärt, die Maschine habe kein Notsignal abgesetzt. Die Flugschreiber seien immer noch nicht geortet. Die Trümmer verteilten sich auf dem Wasser über mehrere Kilometer. Sokolow erklärte das mit starker Strömung.

Die Maschine sollte Sänger und Tänzer des traditionsreichen Alexandrow-Armeechors zu einem Konzert nach Syrien bringen. Auch der Leiter des Ensembles, Generalleutnant Waleri Chilalow, kam ums Leben.

Neben den Musikern waren acht Mann Besatzung, neun Journalisten der Fernsehsender NTW, Erster Kanal und Swesda an Bord, dazu Militärs und Beamte.

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Russischen Medien mutmaßen über Konzert in Aleppo

Wie "Spiegel Online" berichtet, werde in russischen Medien gemutmaßt, dass der Chor ein Konzert in Aleppo geplant haben könnte. Anfang Mai hatte das russische Militär den Stardirigenten Waleri Gergijew und seinen Orchester zu einem Konzert in die syrische Wüstenstadt Palmyra geflogen.

Russland kämpft seit Herbst 2015 im Syrien-Krieg aufseiten des Präsidenten Baschar al-Assad. Dieser sprach Putin sein Beileid aus. Der Absturz des Flugzeugs, das "gute Freunde" an Bord hatte, habe große Trauer hervorgerufen, schrieb Assad nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana.

Mit Material der dpa

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