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26/12/2016 10:36 CET | Aktualisiert 26/12/2016 10:37 CET

"Wozu so ein Terroranschlag doch alles gut sein kann" - umstrittene Tierrechtler gehen einen Schritt zu weit

Bei dem Anschlag am Berliner Breitscheidplatz kamen 12 Menschen ums Leben.
JOHN MACDOUGALL via Getty Images
Bei dem Anschlag am Berliner Breitscheidplatz kamen 12 Menschen ums Leben.

Die Münchner Organisation "Animal Peace" setzt sich für das Wohl von Tieren ein. Und provoziert gerne.

Nach dem Anschlag in Berlin schrieben die Mitglieder auf Facebook: "Für Gänse ist jeden Tag Weihnachtsmarkt". Geschmackloser kann man den Tod von 12 Menschen nicht herunterspielen.

Doch damit nicht genug: Auch an Heiligabend wollten die Tierrechtler Dringendes loswerden. Diesmal das Thema: Die Weihnachtseinkäufe von Kanzlerin Angela Merkel. Merkels Weihnachtsmenü soll laut unbestätigten Meldungen in diesem Jahr rein vegetarisch gewesen sein.

Somit keine Gans für Angela Merkel. Für "Animal Peace" ein Grund zur Freude: "Frau Merkel ist die Appetit auf Gans vergangen" , schreibt der kontrovers diskutierte Club in holprigem Deutsch.

Und setzt noch einen drauf.

12 Menschen tot - aber Gans gerettet

"Wozu so ein Terroranschlag doch alles gut sein kann", schreiben die Seitenbetreiber.


Erneut nutzt die Organisation das Berliner Attentat damit für den eigenen Zweck. Und geht sogar noch einen Schritt weiter: Der aktuelle Post suggeriert, dass der Anschlag auch etwas Positives hatte.

Ob die Kanzlerin wirklich auf den Festtags-Braten verzichtet hat, ist dabei nicht einmal bekannt. Das ist "Animal Peace" aber egal: "Solche pseudoprivaten Geschichten aus dem Kanzleramt sind gesteuerte Nachrichten", schreiben die Tierrechtler unter ihren eigenen - oben beschriebenen - Beitrag.


"Je suis Schwein. Wir sind alle Terroropfer"

Nicht nur zu dem Anschlag in Berlin machte der Verein Stimmung für den eigenen Zweck und relativierte den Tod unschuldiger Menschen - natürlich alles mit der Begründung, dass auf das Wohl der Tiere aufmerksam gemacht werden müsse. Auch nach dem Attentat auf die Redaktion des französischen Satire-Magazins "Charlie Hebdo" äußerte sich "Animal Peace".

Als der Slogan "Je suis Charlie" die Runde machte und millionenfach im Netz geteilt wurde, posteten die Tierschützer: "Je suis Schwein. Wir sind alle Terroropfer".

Keine Frage, Tierschutz ist wichtig. Aber bitte, liebes Team von Animal Peace: Erst denken, dann posten.

Tragt eure Mission nicht auf dem Rücken von Opfern terroristischer Anschläge aus.

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