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26/12/2016 13:50 CET | Aktualisiert 26/12/2016 13:59 CET

CSU-Politiker fordern Bundesverdienstkreuz für Polizisten, die Anis Amri erschossen

Anis Amri wurde in Mailand erschossen
AFP via Getty Images
Anis Amri wurde in Mailand erschossen

  • CSU-Politiker fordern Verdienstkreuz für Polizisten, die Anis Amri stoppten

  • Auch eine Petition die dasselbe für den polnischen LKW-Fahrer fordert, erhält Unterstützung

  • Inzwischen werden neue Details der Flucht von Amri nach Italien bekannt

Nachdem der mutmaßliche Urheber des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt in Italien durch zwei Polizisten gestoppt werden konnte, fordern Politiker und Vertreter der deutschen Polizei eine Auszeichnung für die beiden Italiener.

In der "Bild"-Zeitung forderte der CSU-Bundestagsabgeordnete und Innenpolitiker Hans-Peter Uhl: "Die beiden italienischen Polizisten haben für ihr entschiedenes Handeln eine Auszeichnung verdient."

Auch polnischer LKW-Fahrer soll Verdienstkreuz bekommen

In Frage käme laut Uhl dabei unter anderem auch "die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch den Bundespräsidenten", doch müsste man hier dem Bundespräsidialamt die "Auswahl einer geeigneten Ehrung überlassen".

Ähnlich äußerte sich der CSU-Innexperte Michael Frieser. Gegenüber "Bild" erklärte Frieser: "Die beiden Polizisten aus Italien, die den mutmaßlichen Terroristen Anis Amri gestoppt haben, sollten für ihren Mut eine Anerkennung durch den Bundespräsidenten oder die Bundeskanzlerin erhalten.“

Mehr zum Thema: Anis Amri ist tot - doch viele Fragen bleiben

Amri war Ende vergangener Woche in Mailand erschossen worden. Wie jetzt bekannt wurde, zeigen Videoaufnahmen den Attentäter von Berlin auf seiner Flucht in der französischen Stadt Lyon.

Die Online-Petition, die das Bundesverdienstkreuz für den bei dem Anschlag getöteten polnischen Lkw-Fahrer fordert, erfährt derweil weiter großen Zulauf. Auf der Plattform Change.org gab es bis Montagmittag rund 32.000 Unterstützer für das Anliegen.

Flucht über Lyon nach Italien

Der Pole soll nach Erkenntnissen der Polizei noch kurz vor dem Anschlag mit dem Attentäter im Führerhaus gekämpft haben, bis dieser ihn erschoss. So habe der Fahrer möglicherweise Schlimmeres verhindert.

Die Ermittlungen nach dem Anschlag gingen an den Weihnachtsfeiertagen mit Hochdruck weiter. Unter anderem soll geklärt werden, ob der 24-Jährige ein Unterstützernetzwerk, Mitwisser oder Gehilfen hatte.

Nach dpa-Informationen gelangte Amri über Lyon nach Italien. Da Amri als abgelehnter Asylbewerber und Gefährder aus dem Visier der deutschen Behörden verschwunden war, kommen aus der Politik Forderungen nach schärferen Gesetzen. Seine Abschiebung war gescheitert, weil er keinen Pass hatte.

Flucht über Lyon nach Italien

Das tunesische Außenministerium hat die Abschiebung des mutmaßlichen Attentäters von Berlin eigenen Angaben zufolge zwei Tage vor der Tat akzeptiert gehabt. Am Samstag vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt hätten die tunesischen Behörden ihr Einverständnis für die Abschiebung Anis Amris in sein Heimatland gegeben, sagte Sprecher Radhouane Ayara der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Zuvor sei seine Identität überprüft und bestätigt worden. Ein erster Abschiebungsversuch sei an einer falschen Identität gescheitert. "Tunesien hat das Abschiebeverfahren nach diplomatischem Brauch uneingeschränkt eingehalten". Das nordafrikanische Land reagierte damit auf Druck aus Deutschland, Abschiebungen schneller und in größerer Anzahl zuzustimmen.

Mit Material der dpa

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