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26/12/2016 11:10 CET

Russische Soldaten finden Massengräber in Aleppo

Russische Soldaten sind in Aleppo auf Massengräber gestoßen
dpa
Russische Soldaten sind in Aleppo auf Massengräber gestoßen

  • Laut dem russischen Verteidigungsministerium sollen russische Soldaten auf Massengräber mit mehreren Dutzend Leichen gestoßen sein

  • Es ist noch nicht bekannt, wer die Gräber angelegt hat

  • Der syrische Machthaber Baschar al-Assad inszeniert sich unterdessen als Beschützer der Minderheiten der lange umkämpften Stadt

Russische Soldaten sollen in der syrischen Stadt Aleppo auf Massengräber gestoßen sein. Die Körper wiesen Spuren von Folter und Verstümmelungen auf. Das berichtete das russische Verteidigungsministerium.

Der Sprecher des Ministeriums, Igor Konaschenkow, sagte am Montag, die Soldaten hätten in den Gräbern mehrere Dutzend Leichen gefunden. Einige der Leichen trugen Schusswunden.

Menschenrechtsorganisationen berichteten in der Vergangenheit mehrmals über Massaker

Der schreckliche Fund kommt nicht überraschend. Menschenrechtsorganisationen hatten in der Vergangenheit zu mehreren Gelegenheiten über Massaker und Folter in der syrischen Metropole berichtet. Die Truppen des Machthabers Baschar al-Assad, als auch die Rebellen und die Terroristen des Islamischen Staates werden für die Verbrechen verantwortlich gemacht.

Nach einem heftigen Bombenkrieg mit den laut UN schwersten Luftangriffen im gesamten Bürgerkrieg hatte die syrische Armee, unterstützt von seinen Verbündeten Russland und dem Iran, die Rebellen-Enklave Aleppo Mitte Dezember zu großen Teilen erobert. Die Evakuierung der verbliebenen Rebellen und Zivilisten in der Stadt war am Donnerstag beendet worden.

Die Gewalt ging aber zumindest in den von Rebellen gehaltenen Gebieten am westlichen Stadtrand Aleppos weiter. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden an Heiligabend bei Luftangriffen mindestens sechs Zivilisten getötet. Bereits am Vortag seien bei einem Bombardement drei Rebellen gestorben.

Im Osten Aleppos wurden der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge zudem zwei Menschen von zurückgelassenen Sprengsätzen getötet sowie 33 verletzt. Konaschenkow beschuldigte gegenüber AP die Rebellen, versteckte Sprengsätze und Minen in der Stadt verteilt zu haben.

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Assad inszeniert sich als Beschützer der Minderheiten

Der Rückzug der Rebellen aus dem Osten Aleppos war der größte Sieg für Assad seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011. Nach Wiedererlangung der vollen Kontrolle über die jahrelang umkämpfte Stadt hat sich der syrische Machthaber an Weihnachten als Beschützter der Minderheiten inszeniert.

So veröffentlichte die Führung in Damaskus am Sonntag Bilder Assads und seiner Frau Asma bei dem Besuch eines Klosters nahe Damaskus. Bilder zeigten den Präsidenten mit Kindern in rot-weißen Weihnachtsmann-Anzügen. Im Zentrum Aleppos fand in der teilweise schwer zerstörten Sankt-Elias-Kathedrale an Heiligabend die laut Beobachtern erste Christmette seit Jahren statt.

Mehr zum Thema: Wie kann ich Menschen in Aleppo helfen? Hier sind 6 Organisationen, denen du spenden kannst

Deutschland will nun ein Hilfsprogramm von 15 Millionen Euro für die vom Bürgerkrieg zerstörte Metropole auflegen. "Nachdem die internationale Staatengemeinschaft dem Morden und Bombardieren so hilflos zugeschaut hat, muss es jetzt einen humanitären Großeinsatz für die Menschen aus Aleppo geben", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller der "Bild"-Zeitung.

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