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25/12/2016 02:40 CET | Aktualisiert 25/12/2016 09:34 CET

Nach Terroranschlag: "Die Reaktion der Bevölkerung ist großartig"

Thomas de Maizière
ODD ANDERSEN via Getty Images
Thomas de Maizière

Der Gedanke an den Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Montag überschattet die Weihnachtstage. Gerade am Ort des Attentats: In der Gedächtniskirche haben an Heiligabend viele hundert Gläubige bei mehreren Gottesdiensten der Opfer gedacht.

Trotz des Leidens hatte Deutschland und insbesondere Berlin nicht mit blinden Hass und Wut, sondern mit Zusammenhalt auf das Ereignis reagiert.

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So sieht es Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und lobte nun in der "Bild am Sonntag" diesen Umgang mit dem Terrorschlag: "Die Reaktion der Bevölkerung ist großartig. Ich bin beeindruckt von der Geschlossenheit, von der gemeinsamen Trauer, aber auch von der Unerschrockenheit, unseren Lebensstil nicht ändern zu wollen."

"Wir lassen uns unsere Lebensfreude und Vielfalt nicht nehmen"

Auch Parteikollegin und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich überzeugt, dass die deutsche Gesellschaft "unbezwingbar" sei.

Sie sagte in "Bild am Sonntag": "Wir lassen uns unsere Lebensfreude und Vielfalt nicht nehmen. Wir haben die Freiheit auf unserer Seite! Das macht uns unbezwingbar – jetzt erst recht!"

Den Islamisten entgegnete von der Leyen: "Ihr Terroristen wollt unsere freie Lebensart zerstören. Ihr wollt unter uns Hass und Misstrauen säen. Das wird euch nicht gelingen! Wir stehen zusammen und werden entschlossen gegen Terror und Gewalt vorgehen."

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Die Ministerin kündigte an, die Regierung werde "wo notwendig mit harter Hand dem Recht Geltung verschaffen". Vor allem aber würden die Deutschen ihre offene und tolerante Gesellschaft verteidigen.

"Der Terror wird besiegt werden"

Ähnlicher Tenor kommt von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er sprach den Deutschen nach dem Terroranschlag in Berlin Mut zu. "Der Terror wird besiegt werden – mithilfe der Nachrichtendienste, der Polizei und des Militärs, aber auch durch unsere Werte", so Stoltenberg zu "Bild am Sonntag".

Dies wisse er aufgrund der "eigenen tragischen Erfahrung in Norwegen". Stoltenberg war Ministerpräsident von Norwegen, als dort der Rechtsextremist Anders Behring Breivik im Juli 2011 mehrere Anschläge verübte.

Er sei sich sicher, "dass wir gewinnen werden", sagte Stoltenberg: "Es wird Zeit brauchen, aber wir werden gewinnen, weil wir und unsere Werte stärker sind als das, was die Terroristen antreibt. Freiheit ist besser als Unterdrückung. Toleranz ist besser als Intoleranz. Das Leben zu respektieren ist besser, als es zu verachten."

(Mit Material der dpa)

(sk)