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25/12/2016 04:48 CET | Aktualisiert 25/12/2016 11:43 CET

Größte Evakuierung seit dem 2. Weltkrieg: 54.000 Augsburger müssen ihre Wohnungen verlassen

Polizisten sperren den Zugang zur Gefahrenzone ab
dpa
Polizisten sperren den Zugang zur Gefahrenzone ab

Rund 54.000 Augsburger müssen am ersten Weihnachtsfeiertag ihre Wohnungen verlassen - eine 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe muss entschärft werden.

Die Evakuierung ist die größte in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Stadt Augsburg hat angeordnet, dass sich im Umkreis von eineinhalb Kilometern um die Bombe während der Entschärfung niemand aufhalten darf. Bis 10 Uhr müssen am Sonntag etwa 32.000 Haushalte geräumt sein.

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Das ist die Sperrzone in der Augsburger Innenstadt, die komplett geräumt werden soll

Bürgermeisterin Eva Weber ist laut Informationen der Stadt vor Ort und ist mit den Einsatzkräften in Kontakt. Die Situation scheint derzeit recht entspannt zu sein. Die Menschen verlassen das Gebiet ruhig, aber zügig, heißt es.

Bei der zu entschärfenden Bombe handelt sich um eine britische Luftmine, die wesentlich größer ist als herkömmliche Fliegerbomben. Blindgänger dieser Dimension werden nur selten gefunden. Sie war am Dienstag bei Bauarbeiten entdeckt worden.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatten sich Rettungsdienst-Mitarbeiter, Bereitschaftspolizisten und weitere Helfer aus fast allen Teilen Bayerns auf den Weg nach Augsburg gemacht. Die Stadt rechnet mit etwa 4.000 Einsatzkräften.

Straßenbahnen und Busse der Stadtwerke bringen die Bewohner kostenlos aus der Gefahrenzone. Danach werden fast tausend Polizisten kontrollieren, ob sich in dem Gebiet wirklich niemand mehr aufhält.

Die bislang bundesweit größte Evakuierung wegen eines Blindgängers gab es im Jahr 2011 in Koblenz, dort waren 45.000 Einwohner betroffen.

Die Stadt Augsburg hat für Fragen rund um das Thema Fliegerbombe ein Bürgertelefon eingerichtet, das 24 Stunden unter der Rufnummer 0821/324-4444 erreichbar ist.

(Mit Material der dpa)

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(pb)