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25/12/2016 04:58 CET

Warum deutsche Haushalte weniger Vermögen haben als griechische

Warum deutsche Haushalte weniger Vermögen haben als griechische
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Warum deutsche Haushalte weniger Vermögen haben als griechische

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein neue Studie veröffentlicht, die politischen Sprengstoff für Deutschland birgt. Sprengstoff, hübsch verteilt in fast 140 Seiten Analysen, Tabellen, Grafiken. Der Titel des Papiers: "The Household Finance and Consumption Survey", "Überblick über Finanzen und Konsumverhalten der Haushalte".

So viel Vermögen hat ein deutscher Haushalt im Schnitt

Die Experten haben dafür einerseits das Durchschnittsvermögen der Haushalte ermittelt. Also das Vermögen aller Haushalte abzüglich der Schulden, durch die Anzahl der Haushalte geteilt.

Demnach hat ein deutscher Haushalt im Schnitt 214.300 Euro Vermögen. Ein Haushalt in Luxemburg dagegen verfügt über 768.400 Euro, besser als Deutschland stehen außerdem Belgier, Franzosen, Iren, Malteser, Österreicher, Spanier und Zyprer da. Besonders wenig hat im Schnitt ein lettischer Haushalt mit 40.000 Euro.

Diese Zahl sagt noch mehr über unser Vermögen aus

Diese Rechnung allerdings lässt außer Acht, dass das Vermögen absolut ungleich verteilt ist. In Deutschland geht die Schere besonders weit auseinander.

Die Experten haben deswegen auch das mittlere Vermögen (Median) ausgewiesen. Also das Vermögen, bei dem exakt eine Hälfte aller Haushalte mehr und eine Hälfte weniger verdient. Und da wird es heikel.

In Deutschland liegt der Median bei 60.800 Euro pro Haushalt – so niedrig wie in nur wenigen anderen Ländern. Niedriger sogar als in den Krisenländern wie Griechenland (65.100 Euro) und Spanien (159.600 Euro) oder Italien (146.200 Euro).

Woher kommen die Unterschiede?

Die Zahlen könnten Anlass für Ärger bieten – schließlich hat Deutschland etwa Griechenland in der Krise viele Zugeständnisse gemacht.

Dabei sollte man allerdings bedenken: Die Haushaltsgröße, also die Anzahl der Personen pro Haushalt, variiert – und liegt in Deutschland im Vergleich etwa zu Staaten in Südeuropa niedriger. Macht also mehr Geld pro Person.

Experten führen das vergleichsweise geringe Vermögen der Deutschen auch auf ihre Geldanlagestrategien zurück. Klassische Sparkonten sind weit verbreitet und werfen in Zeiten der niedrigen Zinsen wenig ab – im Gegensatz zu Aktien.

Immobilien haben in der jüngeren Vergangenheit massiv an Wert gewonnen. Aber Deutschland ist ein Land der Mieter. Nur etwa 40 Prozent wohnen im eigenen Haus, anders als in Italien und Spanien mit 70 bis 80 Prozent.

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(mf)