LIFE
24/12/2016 06:00 CET | Aktualisiert 24/12/2016 10:49 CET

Junge Frau stirbt bei tragischem Unfall - dann enthüllt ihr Partner ihr größtes Geheimnis

Brandon Forseth aus Bend im US-Bundesstaat Oregon konnte sein Versprechen nicht halten. Er hatte seiner Frau Kylee zugesagt, niemandem von ihrer Schwangerschaft zu erzählen - bis sie in der 20. Woche ist. Doch jetzt ist die junge Frau tot: Sie geriet mit ihrem Auto in den Gegenverkehr und verlor vier Tage vor Heiligabend ihr Leben.


Forseth beschloss, allen mitzuteilen, dass er im Juni Vater geworden wäre. In einem herzzerreißenden Facebook-Post trauert er um seine große Liebe und das ungeborene Kind. Und macht seiner Liebsten ein neues Versprechen:

"Ich habe euch beide verloren"

"Ich habe dir versprochen, niemandem von unserem Baby zu erzählen, bis du in der 20. Woche bist. Wir wollten ein lustiges Video machen, das wir mit allen teilen. Du warst 18 Wochen schwanger - mit meinem ersten Kind. Vergangene Nacht habe ich euch beide verloren. Obwohl ich mein Kind nie kennengelernt habe, war die Liebe und Freude in meinem Herz niemals größer.

Zum ersten Mal seinen Herzschlag auf dem Ultraschall zu sehen. Auf die Ultraschallbilder am Kühlschrank zu schauen - voller Ehrfurcht vor dem kleinen Leben, das in dir heranwächst. Ich konnte es gar nicht erwarten, endlich Vater zu werden.

Und ich fühlte mich jeden Tag so gesegnet, dass unser Kind so eine Mutter wie dich bekommt.

Ich alleine hätte es mir nicht verkneifen können und hätte es am liebsten schon einigen Familienmitgliedern und engen Freunden erzählt. Und du hättest dann - wie immer - gesagt: 'Brandon! Du kannst einfach keine Geheimnisse für dich behalten!" Und ich hätte einfach darüber gelacht und gesagt, dass es mir leid tut. Aber ich einfach zu aufgeregt bin.

"Du wärst die beste Mutter gewesen"

Ky, du wärst die beste Mutter gewesen. Du hast mich so glücklich gemacht. Du warst meine Zukunft. Alles, was ich getan hab, egal wie hart ich gearbeitet habe. Und egal welche Entscheidungen ich traf - mein Ziel war es immer, dich glücklich zu machen.

Es tut mir leid. Ich weiß, dass ich gerade mein Versprechen breche, indem ich allen von der Schwangerschaft erzähle. Aber ich war einfach so stolz auf dich. Ich will, dass jeder weiß, wie wichtig dir dieses Kind war. Wie bewusst du auf deine Gesundheit geachtet hast. Wie du jede Woche das Internet durchforstet hast und mir Sachen gesagt hast wie 'Unser Baby ist jetzt so groß wie eine Grapefruit' oder 'Wusstest du, dass unser Kind schon Augenlider hat?'

"Ich hätte mitfahren sollen"

Ich konnte spüren, wie viel Wärme dir unser Kind gab. Ich wusste, dass ich der beste Mann sein musste, der ich nur sein konnte - um auf euch beide aufzupassen. Vergangene Nacht konnte ich dich nicht beschützen. Ich hätte mit nach Bend fahren sollen - du hattest mich ja gefragt. Ich hätte einfach nicht so müde sein dürfen. Vielleicht wäre dann alles ganz anders ausgegangen.

In was für einer grausamen Welt leben wir eigentlich? In einer, die entscheidet, eine so reine, schöne und unschuldige Seele wie deine zu rauben - anstelle von meiner. Ich würde sofort meinen Platz mit dir tauschen.

Ich verspreche dir, der Mann zu bleiben, in den du dich einst verliebt hast. Ich verspreche dir, etwas Großes mit meinem Leben anzufangen. Ich verspreche dir, dass du stolz auf mich sein wirst. Ich verspreche dir, nie wieder irgendwas als selbstverständlich anzusehen. Und ich verspreche dir, öfter 'Ich liebe dich' zu all denen zu sagen, die mir etwas bedeuten.

Ich wünschte, ich hätte es auch letzte Nacht gesagt, bevor du gingst. Aber in meinem Herzen weiß ich, dass du es wusstest.

"Unter dem Baum liegen Geschenke"

Dieses Weihnachten sollte das beste überhaupt werden. Momentan schaue ich den ersten Christbaum an, den ich seit Jahren habe. Einen Baum, den wir gemeinsam gefunden und gefällt haben. Unter dem Baum liegen Geschenke - von dir an mich. Sie sind wunderschön verpackt.


Für dich liegen noch keine unter dem Baum. Weil ich sie noch nicht eingepackt habe. Wie immer eben. Du hättest viele bekommen, die du geliebt hättest, Ky. Ich wollte immer, dass du deine Geschenke früher auspackst - weil ich keine Geheimnisse für mich behalten kann. Dir hat das nie gepasst. Ich will aber, dass du dieses Jahr einfach schon eher erfährst, was ich dir schenken wollte.

Einen Schmink-Spiegel. Damit du endlich einen Platz hast, an dem du dich in Ruhe schminken kannst. Anstatt jeden Morgen den winzigen Badezimmer-Spiegel mit mir teilen zu müssen. Dann habe ich dir noch ein paar Bücher besorgt. Weil du Lesen liebst. Eine Thermoskanne für Suppen, damit du warme Mittagessen zu deiner neuen Arbeit - als Lehrerin an der Grundschule - mitnehmen kannst. Du hast dich so sehr auf den neuen Job gefreut.

"Ich kann die Geschenke immer noch einpacken"

Dann noch eine Mütze, die perfekt zu deinem Schal passt. Eine eigene Camouflage-Ausrüstung, damit du nächstes Jahr mit mir auf die Jagd gehen kannst. Und dir nicht wieder meinen riesigen Mantel, die fusseligen Socken und Pullover leihen musst, um warm zu bleiben.

Ich kann die Geschenke immer noch einpacken, Ky.

Du hast noch nicht so lange bei mir gewohnt. Aber das Haus war so voller Energie und Wärme. Es riecht nach deinen Kerzen. Mein Schrank ist voll mit deinen Klamotten. Dein Mantel hängt an der Eingangstüre. Und deine Schneeschuhe stehen immer noch auf der Matte - genau da, wo du sie letzte Nacht hingestellt hast. Bevor du gegangen bist.

Aber jetzt fühlt es sich hier einfach nur leer an.

Ich vermisse dich so sehr, Ky. Ich habe schon immer Sachen repariert und Probleme gelöst, wenn Menschen meine Hilfe benötigten. Aber jetzt weiß ich einfach nicht, was ich tun soll. Ich fühle mich so hilflos.

"Ruhe in Frieden. Dein Vater liebt dich so sehr"

Ich warte immer noch darauf, dass du durch die Haustür kommst. Ich liebe dich so sehr, Kylee. Ich weiß, dass du die beste Mutter im Himmel sein wirst, wenn unser Kleines im Juni auf die Welt kommt. Ich wünschte, ich könnte sein kleines Gesicht nur ein einziges Mal sehen. Ich weiß, unser Baby wäre genauso wunderschön gewesen wie seine Mutter.

Frohe Weihnachten, Liebling. Ich verspreche, dass ich meine Geschenke nicht vor Weihnachten auspacken werden.

Ruhe in Frieden, Kylee Bruce.

Ruhe in Frieden, Braylee oder Talon. Dein Vater liebt dich so sehr."


Der Facebook-Post wurde über 217.000 mal geteilt. In einem weiteren Beitrag drückt der trauernde Mann seine Dankbarkeit darüber aus: "Ich habe diese Worte in der Hoffnung geschrieben, dass Kylee sie sehen kann. Ich hatte keine Ahnung, wie sehr sie auch andere beeinflusst haben."

Das haben sie.

"Hunderttausende Menschen haben ihre Liebsten vergangene Nacht ein kleines bisschen fester umarmt. Sie haben ihre Familien angerufen, um ihnen zu sagen, dass sie sie lieben", ist Forseth sicher.


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(sk)