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23/12/2016 10:51 CET | Aktualisiert 24/12/2016 08:56 CET

Marokkanischer Geheimdienst warnte zwei Mal vor Anis Amri

Der marokkanische Nachrichtendienst warnte zwei Mal vor Anis Amri
dpa
Der marokkanische Nachrichtendienst warnte zwei Mal vor Anis Amri

  • Der marokkanische Nachrichtendienst soll Deutschland laut einem Medienbericht zwei Mal vor den Anschlagsplänen von Anis Amri gewarnt haben

  • Auch andere Hinweise deuteten auf die Gefahr des mutmaßlichen Täters von Berlin hin

Der marokkanische Nachrichtendienst soll Deutschland zwei Mal vor den Anschlagsplänen von Anis Amri gewarnt haben. Das berichtet die Tageszeitung "Welt" unter Berufung auf die marokkanische Regierung.

Amri ist der mutmaßliche Täter des Anschlags in Berlin, bei dem zwölf Menschen starben. Am Freitag wurde Amri in Mailand bei einem Schusswechsel mit Polizisten erschossen.

Nachrichtendienst warnte im September und im Oktober

Laut Informationen der "Welt" soll der marokkanische Nachrichtendienst zwei Mal Warnungen an den Bundesnachrichtendienst (BND) weitergeleitet haben – einmal am 19. September und zum zweiten Mal am 11. Oktober 2016.

Die Behörde hatte Informationen über die Gesinnung Amris und seine Bereitschaft, einen Terroranschlag durchzuführen.

Hatte Amri Kontakt zum Islamischen Staat?

Die "Welt" berichtet unter Berufung auf das investigative Journalismus-Portal "Mondafrique" weiter, dass der marokkanische Nachrichtendienst Hinweise über Verbindungen von Amri zu zwei Mitgliedern des Islamischen Staates gehabt haben soll.

Bei einem soll es sich um einen von Deutschen Behörden abgewiesenen Russen gehandelt haben, bei dem anderen um einen Marokkaner, dessen Reisepass von der Berliner Polizei eingezogen wurde.

Auch ein Häftling in NRW hatte vor Amri gewarnt

Das war nicht die einzige Warnung vor Amri. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, hatte auch ein Häftling in Nordrhein-Westfalen bereits im Sommer 2016 vor Anschlägen an Weihnachten gewarnt. Dabei fiel auch der Name von Anis Amri.

Mehr zum Thema: Polizei prüft, ob Anis Amri einen Jugendlichen in Hamburg erstochen hat

Die Sicherheitsbehörden hatten nach "Spiegel"-Informationen außerdem vor Monaten vage Hinweise darauf, dass sich Amri im Chat mit einem Hassprediger als möglicher Selbstmordattentäter anbot.

Entsprechende abgefangene Äußerungen von Amri seien aber so verklausuliert gewesen, dass sie nicht für eine Festnahme gereicht hätten.

Die deutschen Behörden hatten den mutmaßlichen Täter als Gefährder auf dem Radar, das heißt, sie trauten ihm zu, einen Anschlag auszuführen. Die Sicherheitsbehörden observierten den Tunesier zwischen März und September 2016. Beweise für konkrete Anschlagspläne gab es damals jedoch nicht - was sich in Nachhinein als fatale Fehleinschätzung zeigte.

Mit Material der dpa

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