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22/12/2016 04:47 CET

Grünen-Politiker Habeck will enttäuschte CDU-Anhänger gewinnen

Der Grünen-Politiker Robert Habeck wirbt um enttäuschte CDU-Anhänger.
Morris MacMatzen / Reuters
Der Grünen-Politiker Robert Habeck wirbt um enttäuschte CDU-Anhänger.

  • Grünen-Politiker Habeck wirbt um enttäuschte CDU-Anhänger

  • Er sagte: "Wenn die Union Mitte und Moderne verlässt, müssen wir die Lücke füllen."

  • Habeck kritisierte in diesem Zusammenhang auch den Doppelpass-Beschluss der CDU

Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck von den Grünen wirbt um enttäuschte CDU-Anhänger. "Wer vor dem Rechtsruck der Union flieht, soll bei den Grünen eine neue Heimat finden können", sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur.

"Diejenigen, die es 2015 richtig fanden, dass Deutschland ein humanes Gesicht gezeigt hat, gibt es ja noch", sagte Habeck mit Blick auf die CDU und die Flüchtlingspolitik. "Und sie werden durch Entscheidungen wie die zum Ende des Doppelpasses von der CDU vor den Kopf gestoßen. Wenn die Union Mitte und Moderne verlässt, müssen wir die Lücke füllen."

Habeck will Spitzenkandidat seiner Partei zur Bundestagswahl werden, wie auch der Parteivorsitzende Cem Özdemir und Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter. Das Ergebnis der Urwahl wird im Januar bekanntgegeben.

Debatte um den Doppelpass

Die CDU hatte auf ihrem Parteitag in Essen beschlossen, den Kompromiss mit der SPD zur doppelten Staatsbürgerschaft aufkündigen. Eine knappe Mehrheit stimmte für einen Antrag der Jungen Union, die sogenannte Optionspflicht für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern wieder einzuführen.

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte umgehend erklärt, dass sie den Beschluss für falsch halte. In der laufenden Legislaturperiode werde es bei der geltenden Praxis bleiben, die in Deutschland geborenen Kinder von Zuwanderern neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch die ihrer Eltern lässt. Sie wolle auch keinen neuen Doppelpass-Wahlkampf, sagte Merkel.

Auch Grünen-Chef Cem Özdemir kritisierte den Beschluss der CDU bereits und sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir Grüne wollen aus Ausländern Inländer machen, die sich unserem Grundgesetz verpflichtet fühlen. Die CDU will dagegen hier geborene und lebende Deutsch-Türken ausgrenzen und damit dem autoritären Herrscher Erdogan überlassen."

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(ks)