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21/12/2016 08:07 CET | Aktualisiert 21/12/2016 13:08 CET

Anschlag in Berlin: Das wissen wir über den Verdächtigen

Was wir bisher über den Verdächtigen von Berlin wissen
Sean Gallup via Getty Images
Was wir bisher über den Verdächtigen von Berlin wissen

Nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin fahnden die Behörden bundesweit nach dem Täter. Ein im Tatfahrzeug gefundenes Duldungsschreiben eines Tunesiers könnte die Ermittler auf eine heiße Fährte gebracht haben. Davon berichtete zunächst der "Spiegel".

Mittlerweile fandet das BKA öffentlich nach dem 23-jährigen Anis Amri. Das BKA ruft zur Vorsicht auf: Der 24-Jährige könne gewalttätig und bewaffnet sein.

Was über den Verdächtigen bislang bekannt ist, erfahrt ihr hier:

Wem gehören die Duldungspapiere, die im Fahrzeug gefunden wurden?

Laut der "Allgemeinen Zeitung" in Mainz sind die im Fahrzeug gefundenen Dokumente im Kreis Kleve in NRW ausgestellt worden.

Zum Thema: Alle aktuellen Entwicklungen zum Anschlag in Berlin erfahrt ihr im Live-Blog

Doch: Der Name des Mannes, dem diese gehören, ist unklar. Das BKA fandet unter dem Namen "Anis Amri" nach ihm. Er soll unter mindestens zwei Aliasnamen bekannt sein, "RP Online" berichtet der Mann habe gar mehr als zehn Namen benutzt. Auch zu seinem Geburtsdatum machte er unterschiedliche Angaben: Er könnte zwischen 21 und 23 Jahren alt sein.

Wann wurden die Behörden auf den Mann aufmerksam?

Im April 2016 soll der Verdächtige Asyl in Deutschland beantragt haben. Laut Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wurde er im August in Friedrichshafen mit einem gefälschten italienischen Ausweisdokument festgenommen und wenig später wieder freigelassen. Gemeldet war er demnach in einer Asylbewerberunterkunft in Emmerich, wo er aber von Amts wegen abgemeldet wurde, berichtet die "SZ" weiter.

"Spiegel Online" berichtete zudem unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen, dass der Mann abgeschoben werden sollte. Nach einem Beschluss des Amtsgerichts Ravensburg soll er demnach am 30. Juli in Abschiebehaft in die örtliche Justizvollzugsanstalt gebracht worden sein. Ob die Abschiebung durchgeführt wurde oder der Mann nach erfolgter Abschiebung wieder nach Deutschland einreiste, ist unklar.

Wie sind die Verbindungen zur salafistischen Szene?

Bereits im Frühjahr stuften die Behörden ihn als sogenannten "Gefährder" ein - also als eine Person, der die Polizei Terrorakte zutrauen, berichtet der "Spiegel". Die Polizei soll die Telekommunikation des Mannes überwacht haben.

Zum Thema: Es gibt immer mehr junge Salafisten in Deutschland - so werden sie geködert

Der Verdächtige soll sich laut "SZ" in Nordrhein-Westfalen und Berlin aufgehalten haben und Kontakte zum salafistisch-dschihadistischen Netzwerk des unlängst verhafteten Abu Walla unterhalten haben. Laut Informationen der "Bild"-Zeitung soll er bei der Polizei unter anderem wegen Körperverletzung aufgefallen sein.

Der Tunesier soll laut "SZ" zeitweise bei dem Salafisten Boban S. gewohnt haben. S. war gleichzeitig mit Abu Walaa festgenommen worden. Boban S. wird vorgeworfen, für den bewaffneten Dschihad geworben und sich zum IS bekannt zu haben.

Der Verdächtige soll einen Mann, der als Quelle der Polizei in Nordrhein-Westfalen geführt wurde, gefragt haben, ob dieser Schusswaffen besorgen könne.

Spätestens im November soll der Verdächtige auf hoher Ebene bekannt gewesen sein. Der den Behörden bekannte Tunesier sei damals Gegenstand einer Sitzung des gemeinsamen Terrorabwehrzentrums (GTAZ) von Bund und Ländern gewesen, berichtete die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Warum haben die Behörden den Mann aus den Augen verloren?

Dies bleibt weiterhin unklar. Seit Dezember 2016 soll der Mann abgetaucht gewesen sein, berichtet die "SZ". Ein Ermittler, der mit NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung sprach, sagte, ihm sei unklar, warum der Mann aus dem Blickfeld der Polizei entkommen konnte.

Warum haben wir das Foto des Verdächtigen nicht gezeigt?

Da die Polizei den Verdächtigen bis Dienstagabend noch nicht öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben hatte, haben wir uns dazu entschieden, das Foto, das zuvor Netz und auf diversen Nachrichtenseiten kursierte, nicht zu veröffentlichen.

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