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21/12/2016 14:11 CET | Aktualisiert 22/12/2016 02:38 CET

Starökonom kritisiert wirtschaftspolitische Pläne Donald Trumps

Lawrence "Larry" Summers
Bloomberg via Getty Images
Lawrence "Larry" Summers

Noch hat Donald Trumps Amtszeit nicht begonnen. Doch schon seit längerem versuchen sich Experten an Prognosen zur Politik des künftigen US-Präsidenten. Insbesondere bei der möglichen Wirtschaftspolitik des Milliardärs und Unternehmers gehen die Erwartungen weit auseinander.

Einerseits feierte die OECD Trump bereits als Retter der Weltwirtschaft, auch eine große Mehrheit der deutschen Wirtschaftsprofessoren erwartet einen Aufschwung der US-Wirtschaft.

Andererseits gibt es auch Stimmen, die davor warnen, dass mit Trump eine Weltwirtschaftskrise drohe und dass besonders Deutschlands Wirtschaft leiden werde.

"Ich mache mir große Sorgen"

Nun äußerte auch der frühere amerikanische Finanzminister Larry Summers große Skepsis. "Ich mache mir große Sorgen – größere als bei früheren republikanischen Präsidenten, mit deren Plänen ich oft ebenfalls nicht einverstanden war", sagt der Harvard-Professor in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Trump habe die Wahl gewonnen, weil er auf die Sorgen und Nöte der Menschen eingegangen sei, erklärt Summers. Viele Menschen hätten Trump gewählt, weil sie "bei uns das Gefühl haben, dass sich der Staat vor allem um Arme und Minderheiten auf der einen und die internationalen Eliten auf der anderen Seite kümmert".

Trump will ins Marktgeschehen eingreifen

Trump versprach deshalb im Wahlkampf, die amerikanische Mittelklasse zu stärken. "Bloß, Trump wird dieses Versprechen wohl nicht halten", warnt der 62-jährige Wirtschaftsexperte.

Da Trump ebenso ankündigte, aktiv in das Marktgeschehen einzugreifen, werde er vielmehr der amerikanischen Wirtschaft schaden, glaubt Summers. Seine Begründung: Unternehmen werden vorsichtiger, wenn sie in den USA investieren. Einige Arbeitsplätze würden so erst gar nicht entstehen.

Doch es könnte sogar noch schlimmer werden: "Wenn der Rechtsstaat ausgehöhlt wird, dann wächst die Unsicherheit, und am Ende sind auch politische Freiheitsrechte in Gefahr“, so Summers.

Wirtschaftspolitik wie in vielen Entwicklungsländern

Deshalb sieht er die künftige US-Wirtschaftspolitik sogar in eine Richtung abdriften, "wie sie in vielen Entwicklungsländern üblich ist: Man setzt sich in einem Zimmer zusammen, um Absprachen zu treffen und die Probleme untereinander zu lösen."

Der Vorteil dieser Politik aus der Sicht von Trump: Einerseits kann er sich als Beschützer von Arbeitsplätzen inszenieren, andererseits die Unternehmen erpressen. In jedem Fall wird der künftige Präsident daraus politische Vorteile ziehen.

Dementsprechend zieht der Harvard-Ökonom Vergleiche zur Amtszeit von Silvio Berlusconi in Italien, die "nicht sehr ermutigend" sind. Summers fürchtet, "dass wir eine destruktive und keine konstruktive Politik bekommen werden."

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(sk)