POLITIK
21/12/2016 10:32 CET | Aktualisiert 22/12/2016 07:59 CET

Britischer Moderator hat eine Botschaft an alle, die Merkel jetzt für ihre Flüchtlingspolitik kritisieren

Man muss es so deutlich sagen: Die Reaktionen nach dem Anschlag von Berlin waren vorhersehbar: Noch bevor in Berlin das Blut getrocknet war, sprach die AfD bereits von "Merkels Toten" und CSU-Chef Horst Seehofer forderte voreilig eine Neujustierung der Flüchtlingspolitik.

Die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin dürfte in den nächsten Tagen das bestimmende Thema in Berlin sein. Teile der ausländischen Medien orakeln bereits: "Die AfD spricht von 'Merkels Toten', und dies ist wohl nur der Anfang."

"Merkels Politik war der effektivste Schlag ins Gesicht des IS"

Doch nicht überall begegnet man Deutschlands Politik der offenen Arme aus dem vergangenen Jahr mit so viel Skepsis. Der Journalist James O'Brien hat am Tag nach dem Anschlag am Breitscheidplatz beim britischen Radiosender LBC deutliche Worte für Merkels Kritiker gefunden.

Merkels Flüchtlingspolitik sei "der mit Abstand effektivste Schlag ins Gesicht des IS" gewesen, entgegnet O'Brien all denen, die den Anschlag von Berlin jetzt mit Deutschlands Willkommenskultur in Verbindung bringen.

"Merkels Politik war effektiver als jede Bombe, die über die IS-Hauptquartiere abgeworfen worden wäre", sagt der Moderator. Merkel habe die Rhetorik und die Propaganda des IS mit ihrer politischen Linie völlig untergraben.

"Es ging darum zu zeigen, dass der IS falsch liegt"

"Wie soll der IS weiter predigen, dass der Westen euch (Muslime - d. Red.) hasst, wenn er gleichzeitig seine Arme und Tore öffnet, um die Massen aus den Kriegsgebieten aufzunehmen?", sagt O'Brien.

Man müsse auch nicht alles Schwarz-Weiß sehen, räumt der Journalist ein. Man könne durchaus auch sagen, dass es Möglichkeiten gegeben hätte, die Zahl der Menschen zu begrenzen, die ohne triftigen Grund nach Deutschland gekommen seien.

"Man darf aber auch nicht die global-politischen Gründe hinter Merkels Entscheidung übersehen. Es ging einfach darum, dem IS zu zeigen, dass er falsch liegt, wenn er sagt, dass der Westen alle Muslime hasst."

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(vr)