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20/12/2016 12:00 CET | Aktualisiert 20/12/2016 12:00 CET

Sicherheitsexperte: "Kann nicht jede einzelne Meldung der Berliner Polizei vollständig nachvollziehen"

A German police officer secures the site of an accident with a truck at a Christmas market on Breitscheidplatz square near the fashionable Kurfuerstendamm avenue in the west of Berlin, Germany, December 19, 2016.   REUTERS/Christian Mang
Christian Mang / Reuters
A German police officer secures the site of an accident with a truck at a Christmas market on Breitscheidplatz square near the fashionable Kurfuerstendamm avenue in the west of Berlin, Germany, December 19, 2016. REUTERS/Christian Mang

Ein Lastwagen rast auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Dabei sterben mindestens 12 Menschen, etwa 50 werden zum Teil schwer verletzt. Kurz danach wird ein Mann festgenommen. Doch später wird klar: Es könnte der Falsche sein.

Brisant auch: Kurz nach 22 Uhr twitterte die Polizei: "Derzeit gibt es keine Hinweise auf weitere gefährdende Situationen in der City nähe #Breitscheidplatz."

Da der Festgenomme entgegen erster Annahmen nach aktuellem Stand doch nicht der Fahrer des Todes-Lkw sein könnte, ruft die Polizei am Dienstagmittag wieder zur Vorsicht auf. "Wir sind daher besonders wachsam. Seien Sie es bitte auch."

Sicherheitsexperte Nils Retkowski, der bei dem Risiko- und Krisen-Beratungsunternehmen "Result Group" arbeitet, schließt "eine 'vorsätzliche Irreführung' oder 'vorsätzliche Falschmeldung' aus". Er gehe gegenüber der Huffington Post davon aus, dass die Berliner Polizei auf ihrem Lagebild aufbauend Meldungen nach draußen weitergegeben habe.

Panik und weitere negative Auswirkungen verhindern

Retkowski sagt aber auch: "Jede einzelne Meldung der Berliner Polizei vermag auch ich bei der Vielzahl der Kommunikationskanäle nicht vollständig nachzuvollziehen."

Der Experte macht darauf aufmerksam, dass die Polizei im Fall des mutmaßlichen Anschlags auch beachten muss, "Panik und weitere negative Auswirkungen" zu verhindern.

Angesprochen auf die teils konfusen Aussagen antwortete Retkowski: "Wie üblich in solchen oder ähnlich gearteten Fällen, wird eine Auswertung im Nachgang stattfinden. Erst dann kann man beurteilen, ob Fehler gemacht wurden, oder nicht."

Es bleibt zu hoffen, dass es künftig zu keinen größeren Kommunikationspannen mehr kommt.

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